Polizei in Oslo sperrt Straße ab. | Bildquelle: REUTERS

Nach Sprengsatz-Fund Polizei in Oslo fasst Verdächtigen

Stand: 09.04.2017 18:51 Uhr

Nach dem Fund einer selbst gebastelten Bombe in Oslo haben die norwegischen Behörden einen 17-Jährigen unter Tatverdacht festgenommen. Ob er wirklich einen Anschlag geplant hatte, ist aber unklar.

Die norwegischen Behörden haben einen 17-Jährigen festgenommen, der eine "primitive, improvisierte Sprengladung mit begrenztem Schadenpotenzial" in der Nähe der Innenstadt deponiert haben soll. "Es ist unklar, ob der 17-Jährige die Absicht gehabt hat, einen Terrorangriff durchzuführen", sagte PST-Chefin Benedicte Bjørnland bei einer Pressekonferenz in Oslo.

Staatsanwältin Signe Aalling sagte, der junge Russe sei mit seiner Familie als Asylbewerber nach Norwegen gekommen. "Für die Ermittlungen ist es nun wichtig, die Absichten des Festgenommenen zu klären", sagte Aalling. "Es ist nicht geklärt, ob der Verdächtige alleine gehandelt hat." Er soll am Montag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der junge Mann war am späten Samstagabend mit dem "bombenähnlichen Gegenstand" gesehen worden, der sich in einer Plastiktüte befand. Nachdem der Gegenstand entdeckt worden war, sprengten Bombenexperten ihn kontrolliert mit Hilfe eines Roboters. Für die Bevölkerung bestand nach Angaben des norwegischen Rundfunks keine Gefahr. Den Bereich um die Sprengung hatte die Polizei abgesperrt. Laut Polizei hätte die Vorrichtung wahrscheinlich nur einen begrenzten Schaden anrichten können. In der Nähe des Fundortes befinden sich zahlreiche Bars und Restaurants, aber auch Moscheen und das Hauptquartier der Polizei der Stadt.

Nach dem Anschlag in Stockholm sind auch die norwegischen Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Sicherheitspolizei PST erhöhte die Terrorgefahrenstufe für die nächsten zwei Monate. Ein Anschlag ist nun eher "wahrscheinlich" als "möglich".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. April 2017 um 20:00 Uhr.

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