Oscar-Statue  | Bildquelle: REUTERS

Oscars 2016 werden verliehen Hat Leo genug gelitten?

Stand: 28.02.2016 11:27 Uhr

Zum 88. Mal werden in der Nacht die Oscars verliehen. Mit zwölf Nominierungen geht das Drama "The Revenant" als Favorit ins Rennen: Hauptdarsteller Leonardo di Caprio hofft auf seine erste Auszeichnung. Im Mittelpunkt dürfte aber auch einer stehen, der garantiert keinen Preis erhält.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Die rechnerisch größten Chancen hat "The Revenant - Der Rückkehrer". Der Film ist für insgesamt zwölf Oscars nominiert. Er erzählt die wahre Geschichte des Trappers Hugh Glass, der in den 1820er-Jahren im eisigen wilden Nordwesten der USA von einem Bären angefallen und dann von seinen Begleitern zum Sterben zurückgelassen wird.

Glass, gespielt von Leonardo DiCaprio, kämpft sich ins Leben zurück und hat nur noch ein Ziel: Rache. DiCaprio gilt als Favorit für den Oscar als bester Hauptdarsteller - er musste für die Rolle neun Monate bei Minustemperaturen drehen, sich in Tierkadavern aufwärmen und rohe Bisonleber essen - als Vegetarier. Wer sich so quält, den belohnt die Academy erfahrungsgemäß gern. Es wäre Leos erster Oscar - er ist zum sechsten Mal nominiert, das fünfte Mal als Schauspieler.

Ehrung für eine fast Unbekannte?

Bei den Frauen könnte eine bislang fast Unbekannte das Rennen machen: Die 26-jährige Brie Larson spielt in "Raum" eine junge Frau, die seit Jahren von ihrem Entführer gefangen gehalten wird, von dem sie auch ein Kind hat. Überraschend gefühlvoll erzählt der Film von der Kraft der Liebe zwischen Mutter und Sohn, auch unter diesen widrigsten Umständen.

Zeitungsfoto der "Stimberg Zeitung" 1984
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Eine echte Perle haben die Kolleginnen und Kollegen der "Stimberg Zeitung" aus dem Kreis Recklinghausen aus ihrem Archiv hervorgeholt und auf Instagram gepostet: 1984 gewann Leonardo DiCaprio, damals neun Jahre alt, den 3. Platz im Breakdance-Wettbewerb der Zeitung. DiCaprio, der auf dem Foto bauchfrei trägt, besuchte damals seine deutsche Großmutter in Oer-Erkenschwick.

Ein ganz anderes Kaliber ist "Mad Max - Fury Road". Der vierte Teil der postapokalyptischen Zukunftssaga des australischen Regisseurs George Miller strotzt vor Bildern von spektakulären Autorennen, schönen Frauen und waghalsigen Stunts: Perfektes Popcornkino. Immerhin zehn Nominierungen konnte "Mad Max Fury Road" einsammeln - darunter viele in den technischen Kategorien für Ton, Bild und Spezialeffekte - aber auch als bester Film.

Dort tritt er nicht nur gegen "The Revenant" an, sondern auch auch gegen Ridley Scotts Science-Fiction-Film "Der Marsianer", die Wirtschaftsatire "The Big Short", die lesbische Liebesgeschichte "Carol" und "Spotlight", der die Aufklärung eines Missbrauchskandals in der katholischen Kirche durch Reporter des Boston Globe auf die Leinwand bringt.

Leonardo DiCaprio in "The Revenant" | Bildquelle: AP
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"The Revenant" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle ist der größte Favorit.

Deutsche Nominierte sind in diesem Jahr spärlich gesäht: Patrick Vollrath geht mit seinem Kurzfilm "Alles wird gut" ins Rennen - er hat dafür auch schon einen Studentenoscar gewonnen. Und für Steven Spielbergs Agententhriller "Bridge of Spies - Der Unterhändler", eine deutsche Koproduktion, ist auch der Babelsberger Kulissenbauer Bernhard Henrich nominiert.

Ein einsamer Chris Rock

Schon sicher ist, dass kein Oscar an einen schwarzen Schauspieler gehen wird - die Nominierten sind zum zweiten Mal in Folge ausschließlich weiß. Um so gespannter wartet Hollywood, was der Moderator der Oscarverleihung, Chris Rock, dazu zu sagen hat. Der schwarze Komiker mit der scharfen Zunge dürfte sich für die Academy und die versammelte Hollywood-Prominenz im Saal einige spitze Bemerkungen bereitgelegt haben.

Oscar-Verleihung 2016
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
28.02.2016 10:58 Uhr

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