Kerzen und ein Zettel mit der Aufschrift Prayers stehen vor dem Roseburg College | Bildquelle: AFP

Amoklauf an College in Oregon "Gebete sind nicht genug"

Stand: 02.10.2015 09:36 Uhr

Das US-College, an dem zehn Menschen durch einen Amoklauf starben, liegt in einer ländlichen, friedlichen Gegend. Warum der Täter schoss, weiß niemand. Für US-Präsident Obama ist die Tat eine Niederlage - denn er scheiterte 2013 mit einer Waffenreform am Kongress.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Um 10:38 Uhr am Donnerstagvormittag (Ortszeit) gingen bei der Polizei in Roseburg, Oregon, die ersten Notrufe ein. Die Zentrale schickte sofort alle verfügbaren Einsatzkräfte. Am Umpqua College mit seinen 3000 Studierenden schoss jemand um sich. Die Polizisten stellten den Schützen, und es kam zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf der Mann starb - noch ist nicht bekannt, ob er von der Polizei erschossen wurde oder sich selbst das Leben nahm.

Schießerei an College in Oregon
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
02.10.2015 07:45 Uhr

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Lange hielt sich die Polizei mit Angaben zur genauen Zahl der Opfer zurück. Nun ist von zehn Toten die Rede und von sieben Verletzten. Die Behörden haben den Schützen als den 26 Jahre alten Chris Harper M. identifiziert. Über sein Motiv gibt es im Moment nur Vermutungen. Die Ermittler fanden am Tatort vier Waffen: ein Gewehr und drei Pistolen.

Das College ist in einer ländlichen Region, viele leben von der Holzproduktion. Und wenn sie ihren Job verlieren, dann gehen manche aufs Umpqua College, um sich weiter zu qualifizieren. Das Durchschnittsalter der Studierenden liegt bei 38 Jahren. John Hanlin ist der örtliche Sheriff. "Das ist eine friedliche Gegend hier", sagt er. "Natürlich gibt es auch bei uns die übliche Kleinstadtkriminalität, aber das hier ist ein riesiger Schock, dass in unserem College zu so einem Verbrechen kommt." Allerdings gehört der Sheriff zu denen, die gegen schärfere Waffengesetze sind.

Amoklauf in Oregon - was bislang bekannt ist

- Der 26-jährige Amokläufer hat am "Umpqua Community College" in der Kleinstadt Roseburg im US-Bundesstaat Oregon auf Studenten und Lehrpersonal geschossen.
- Mindestens zehn Menschen kommen ums Leben.
- Sieben weitere Menschen werden verletzt, drei davon schwer.
- Der Täter ist tot. Er soll von der Polizei erschossen worden sein.
- Behördenangaben zufolge werden drei Pistolen und ein Gewehr sichergestellt.
- Laut Augenzeugen soll der Mann gezielt Christen erschossen haben.

"Gedanken und Gebete sind nicht genug"

Präsident Barack Obama hatte sich nach der Schießerei an einer Schule in Newtown im Jahr 2012 um eine umfassende Reform der Waffenkontrolle bemüht - doch die scheiterte am Kongress. Diesmal zeigte sich Obama frustriert und wütend. Amerika bete für die Opfer, sagte er. Aber:

"Gedanken und Gebete sind nicht genug. Sie drücken nicht den Schmerz, die Trauer und den Ärger aus, die wir fühlen sollten. Und sie helfen auch nicht, so ein Blutbad an einem anderen Ort zu verhindern."

Es war das 15. Mal, dass sich Obama während seiner Amtszeit nach einer Schießerei an seine Landsleute wandte. Er hoffe, dass dies das letzte Mal sei. Das letzte Mal, dass er sein Beileid aussprechen müsse vor dem Ende seiner Präsidentschaft im Januar 2017. Aber ausgehend von seinen bisherigen Erfahrungen könne er das nicht garantieren.

Obama fordert erneut schärfere Waffengesetze
tagesschau 12:00 Uhr, 02.10.2015, Ulrich Adrian, WDR

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