Österreichs Vizekanzler Reinhold Mitterlehner | Bildquelle: REUTERS

Regierung in Österreich Vizekanzler Mitterlehner tritt zurück

Stand: 10.05.2017 13:05 Uhr

Österreichs stellvertretender Regierungschef zieht sich zurück und will auch den Vorsitz der konservativen ÖVP abgeben. Seine Nachfolge soll am Wochenende geklärt werden. Vorgezogene Neuwahlen werden durch den Rückzug des Politikers wahrscheinlicher.

Österreichs Vizekanzler und Parteichef der konservativen ÖVP, Reinhold Mitterlehner, hat seinen Rückzug von all seinen Ämtern angekündigt. "Ich finde, es ist genug", sagte der 61-Jährige in Wien. "Ich habe in den letzten Monaten und Tagen einfach keinen Sinn mehr gesehen."

Mitterlehner war innerhalb seiner Partei zuletzt stark unter Druck geraten. Erst am Vortag hatte er Rücktrittsgerüchte dementiert. Am Wochenende soll die ÖVP nach seinen Aussagen die Nachfolge regeln. Demnach legt er kommenden Montag offiziell seine Funktion als Vizekanzler und Wirtschafts- und Wissenschaftsminister nieder.

Nachwuchshoffnung Kurz

Die ÖVP ist als Juniorpartner gemeinsam mit den Sozialdemokraten unter Bundeskanzler Christian Kern in einer Koalition. Innerhalb der Regierung gab es zuletzt große Zerwürfnisse. Mit dem Schritt Mitterlehners gelten Neuwahlen vor dem regulären Termin im Herbst 2018 als wahrscheinlich.

Als Nachfolger Mitterlehners wird seit langem Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz gehandelt. Der 30-Jährige gilt als Nachwuchshoffnung der Konservativen und ist einer der beliebtesten Politiker des Landes. Kurz erklärte allerdings erst jüngst, dass er die Partei zum derzeitigen Zeitpunkt nicht übernehmen wolle.

Mitterlehner übernahm im Sommer 2014 die ÖVP. Die schlechter werdenden Umfragewerte in der Bevölkerung konnte er nicht stoppen.

Reinhold Mitterlehner über seinen Rücktritt
S. Ozsváth, ARD Wien
10.05.2017 13:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Mai 2017 um 14:00 Uhr.

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