Ex-GVan der Bellen | Bildquelle: REUTERS

Präsidentenwahl in Österreich Hofer und Van der Bellen liegen gleichauf

Stand: 22.05.2016 18:58 Uhr

Kopf-an-Kopf-Rennen in Österreich: Bei der ersten Hochrechnung lag der Rechtspopulist Hofer noch knapp vorn. Dann hatte plötzlich der von den Grünen unterstützte Van der Bellen die Führung inne. Nun stehen beide bei jeweils 50,0 Prozent.

Der Rechtspopulist Norbert Hofer und der Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen liegen bei der Stichwahl zum österreichischen Bundespräsidenten praktisch gleichauf. Laut der jüngsten Hochrechnung stehen beide nach Auszählung von gut 90 Prozent der Stimmen bei exakt 50,0 Prozent. Eine erste Hochrechnung um 17 Uhr hatte Hofer knapp vorn gesehen. Eine halbe Stunde später hieß es dann, Van der Bellen liege hauchdünn in Front.

Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentenwahl
tagesschau24 18:00 Uhr, 22.05.2016, Till Rüger, ARD Wien

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Das Rennen um die österreichische Präsidentschaft ist damit völlig offen. Die Fehlermarge der jüngsten Hochrechnung liegt bei 1,0 Prozentpunkten. Hinzu kommt, dass die Briefwahlstimmen erst morgen ausgezählt werden - in den heutigen Hochrechnungen sind sie nur in Form von Prognosen eingerechnet. Vermutlich wird es heute also noch kein sicheres Ergebnis geben. Rund 14 Prozent der 6,4 Millionen Wahlberechtigten machten von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch. Traditionell neigen Briefwähler eher nicht zu den Rechtspopulisten, weshalb ihre Stimmen den Ausschlag für Van der Bellen geben könnten.

Sowohl Hofer als auch Van der Bellen hatten im Wahlkampf betont, ihr Amt aktiver als bisherige Präsidenten ausüben zu wollen. Hofer warb sogar mit der Ankündigung, die Regierung zu entlassen, wenn er mit ihrer Arbeit unzufrieden sein sollte.

Warum Van der Bellen so stark aufgeholt hat

Die beiden Kandidaten können unterschiedlicher kaum sein: Hier der Rechtspopulist Hofer mit seinem Slogan "Österreich zuerst", seiner Kritik an der EU und seiner "Mann des Volkes"-Attitüde - dort der EU-freundliche, weltgewandte und manchmal eher unnahbar wirkende Van der Bellen. "Es war eine Entscheidung zwischen national und international", sagte der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier.

Im ersten Wahlgang hatte der 45-jährige Hofer noch deutlich mehr Stimmen (35,1 Prozent) als der 72-jährige Van der Bellen (21,3 Prozent) auf sich vereint. Dass Van der Bellen so stark aufholte, lag Beobachtern zufolge allerdings nicht an dessen Auftritten in den vergangenen Wochen. Vielmehr sei es gelungen, bei vielen Wählern eine "Anti-Haltung" zu erzeugen. Laut einer Analyse des Sozialforschungsinstituts Sora stimmten nur 19 Prozent der Hofer-Wähler, aber satte 36 Prozent der Van-der-Bellen-Wähler erstmals für einen Kandidaten der FPÖ beziehungsweise der Grünen.

Unterstützt wurde dieser Trend zugunsten Van der Bellens vom kürzlichen Wechsel an der Regierungsspitze. Der neue Kanzler Christian Kern (SPÖ) - sein Vorgänger Werner Faymann war nach dem SPÖ-Desaster in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zurückgetreten - hatte mit seinen ersten Auftritten ein Gefühl des Aufbruchs vermittelt. "Die Wechselstimmung ist geringer geworden", sagt die Politologin der Fachhochschule Kärnten, Kathrin Stainer-Hämmerle.

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