US-Präsident Obama trifft in Panama ein, Archivbild. | Bildquelle: REUTERS

US-Medienberichte Obama plant offenbar Reise nach Kuba

Stand: 18.02.2016 08:43 Uhr

Gegen Ende seiner Amtszeit könnte US-Präsident Obama noch einmal Geschichte schreiben: Laut US-Medienberichten plant er für Ende März eine Reise nach Kuba. Obama wäre seit 1928 der erste amtierende US-Präsident, der das Land besucht.

US-Präsident Barack Obama wird im März zu einem historischen Besuch in das kommunistische Kuba reisen. Das berichten der US-Fernsehsender ABC und der Nachrichtensender CNN übereinstimmend. Es werde sich um eine kurze Reise handeln, die heute noch bekanntgegeben werde. Hochrangige Regierungsbeamte bestätigten der Nachrichtenagentur AP, dass ein solcher Kurzaufenthalt Mitte März vorgesehen sei.

An einem solchen Besuch hatte Obama schon länger Interesse bekundet. "Wenn ich einen Besuch abstatte, dann ist ein Teil des Deals, dass ich mit jedem sprechen kann", hatte er im Dezember 2015 gesagt. Obama meinte damit, dass er auch die Möglichkeit haben wolle, politische Dissidenten treffen zu können.

Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro hatten vor gut einem Jahr eine historische Annäherung der Erzfeinde aus Zeiten des Kalten Krieges eingeleitet. Seitdem traten Reise- und Handelserleichterungen für Kuba in Kraft, zudem strichen die USA den Karibikstaat von ihrer Liste der Terrorstaaten. Im Juli nahmen beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Zuletzt im Jahr 1928

Es wäre der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in dem Land seit mehr als 80 Jahren. Nach Angaben des historischen Büros des US-Außenministeriums hatte als letzter amerikanischer Präsident im Amt Calvin Coolidge im Januar 1928 einen Fuß auf die Karibikinsel gesetzt. Präsident Harry Truman besuchte 1948 die von den USA kontrollierte Bucht von Guantánamo im tiefen Südosten der Insel. Der frühere US-Staatschef Jimmy Carter war bereits mehrmals auf Kuba - allerdings erst nach dem Ende seiner Präsidentschaft.

Von ersten republikanischen Präsidentschaftsbewerbern kam prompt Kritik an den Plänen: So sagte der texanische Senator Ted Cruz, Obama sollte die Reise nicht antreten, "solange die Castros an der Macht sind". Cruz' Vater wurde auf Kuba geboren und floh in den 1950er-Jahren in die USA.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Februar 2016 um 09:45 Uhr.

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