US-Präsident Barack Obama und sein kenianischer Kollege Uhuru Kenyatta | Bildquelle: dpa

Obama trifft Kenias Präsidenten Kenyatta Einig - außer beim Thema Homosexualität

Stand: 25.07.2015 21:23 Uhr

Visa-Erleichterung für Kenias Unternehmer, engere Kooperation im Kampf gegen Terror: US-Präsident Obama und sein kenianischer Kollege Kenyatta demonstrierten Einigkeit - beim Thema Homosexualität klaffen ihre Ansichten jedoch weit auseinander.

Von Linda Staude, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

"Ich bin stolz, als der erste amtierende Präsident überhaupt nach Kenia zurückzukehren. Aber ich weiß auch, dass der Enthusiasmus über meinen Besuch etwas Größeres widerspiegelt - nämlich den Wunsch des kenianischen Volkes nach einer engeren Partnerschaft mit den USA. Deshalb bin ich hier", sagte US-Präsident Barack Obama.

Eine engere Partnerschaft versprach er vor allem in Sicherheitsfragen, die eines der Top-Themen auf der Agenda der bilateralen Gespräche der beiden Regierungsdelegationen waren. "Die USA und Kenia sind da bereits enge Partner. Und heute haben wir erneut bestätigt, dass wir gemeinsam gegen den Terrorismus stehen. Ich danke Kenia, dass es so viele somalische Flüchtlinge aufgenommen hat, die Opfer der Terrororganisation Al Shabaab." Ein stark verschleierter Hinweis darauf, dass die USA nicht viel von den kenianischen Plänen halten, das größte Flüchtlingslager Dadaab so schnell wie möglich zu schließen.

Obama auf Wirtschaftsgipfel | Bildquelle: REUTERS
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Obama und Kenias Präsident Kenyatta trafen sich mit jungen Unternehmern.

Austausch geheimer Informationen

Obama versprach Hilfe bei der Ausbildung von Anti-Terror-Einheiten in Kenia und beim Austausch von Geheimdienstinformationen. Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta mahnte darüber hinaus an: "Ich habe Präsident Obama gesagt, dass unsere Vision von einem sicheren Afrika ohne geteilten Wohlstand ein zerbrechlicher Traum bleibt."

Dies hatte er bereits am Morgen betont, als die beiden Präsidenten gemeinsam den sechsten globalen Unternehmensgründergipfel GES eröffneten. Obama gab das "warme Willkommen" Kenyattas in der Landessprache zurück: "Hallo", sagte er auf Kisuaheli. "Es ist wundervoll, zurück in Kenia zu sein."

Beide Präsidenten wiesen auf die Chancen für Unternehmer in Afrika hin, da die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften mit der jüngsten Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent zu finden sind. "Dies ist unser erster Gründergipfel im Afrika südlich der Sahara. Wir wollten herkommen. Ich wollte hier sein, weil Afrika in Bewegung ist", sagte Obama.

Obama hält Rede an kenianische Nation
tagesschau 13:15 Uhr, 26.07.2015, Gudrun Engel, ARD Nairobi

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Visa-Erleichterung für Studenten und Unternehmer

Später wurde er konkreter: Die USA werden nach seinen Worten den Zugang von Kenianern zu speziellen Visa für Studenten und Unternehmer erleichtern und so schnell wie möglich Direktflüge zwischen den beiden Ländern zulassen.

Darüber hinaus lobte er Kenyatta für seinen Kampf gegen die Korruption: "Wenn es Kenia gelingt, die Regeln einer guten Regierungsführung zur Gewohnheit zu machen, können Sie ein noch stärkeres Wachstum, mehr Investitionen und mehr Wohlstand für das kenianische Volk erreichen. Und das ist gut für jeden." Aber dafür müssten überführte korrupte Politiker und Verwaltungsbeamte auch vor Gericht gestellt werden.

Auf Nachfrage äußerte sich der US-Präsident auch zu Fragen, die er in seinem Statement sorgfältig vermieden hatte. So nannte er etwa die Diskriminierung von Homosexuellen in vielen Ländern Afrikas schlicht falsch.

Kenyatta hatte zuvor geradezu geschwärmt: "Unsere Diskussionen haben bestätigt, dass Kenia und die USA die gleichen Werte in vielen kritischen Bereichen haben. Deshalb sprechen wir die gleiche Sprache bei vielen Themen." Bei diesem Thema sei das allerdings nicht der Fall, fügte er hinzu. Gleiche Rechte für Schwule seien in Kenia zurzeit einfach überhaupt kein Thema.

Obama will engere Partnerschaft mit Kenia
L. Staude, ARD Nairobi
25.07.2015 19:50 Uhr

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