Donald Trump | Bildquelle: AP

Obama zum US-Präsidentschaftswahlkampf "Trump wird nicht Präsident"

Stand: 17.02.2016 08:55 Uhr

US-Präsident Obama mischt sich nur selten in den Wahlkampf um seine Nachfolge ein. Jetzt ließ er sich aber zu einer Aussage über den Immobilienmilliardär Trump hinreißen. Der wiederum nahm die Aussagen als Kompliment und schoss prompt zurück.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Der US-Wahlkampf ist giftig. Besonders die republikanischen Bewerber um die Nachfolge Barack Obamas sparen nicht mir derber Kritik am US-Präsidenten. Nach seinem Vorwahlsieg in New Hampshire führt der New Yorker Immobilienmilliardär Donald Trump auch bei Umfragen in South Carolina, wo am kommenden Wochenende Vorwahlen stattfinden.

Obama hingegen ist sicher: Die Welt macht sich sorgen, wenn sie Debatten bei den Republikanern hört. Die leugnen den Klimawandel, wollen die Rolle Amerikas als Weltpolizist ausbauen statt mehr zu verhandeln. Immigration in die USA abstellen, keine Muslime mehr ins Land lassen und die Krankenversicherung "Obamacare" abschaffen.

"Die Präsidentschaft ist kein Reality TV"

Bei einer Pressekonferenz in Kalifornien sagte Obama: "Donald Trump wird nicht Präsident. Ich glaube an die Vernunft des amerikanischen Volkes. Die Menschen wissen, dass Präsident ein ernsthafter Job ist. Es ist keine Talkshow oder Reality TV, keine Werbung, kein Marketing. Es ist hart. Viele Leute zählen auf uns."

Barack Obama | Bildquelle: dpa
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Barack Obama findet, dass Donald Trump nicht zum Präsidenten taugt. Der Milliardär nimmt das als Kompliment und klopft gleich wieder lockere Sprüche.

Trump, auf Wahlkampftour in Beaufort, South Carolina, ließ das nur einige Minuten auf sich sitzen: "Dieser Mann hat einen so schlechten Job gemacht, hat uns so weit zurückgeworfen. Wenn er so etwas sagt, ist das ein großes Kompliment. Man muss doch die Fakten wissen, die Namen des Gegenübers", so Trump.

"Man weiß, wo sich das jeweilige Land auf der Karte befindet, man weiß etwas über die Geschichte, man spielt nicht nur den Massen zu Hause etwas vor. Wer immer da stehen wird, wo ich im Moment bin, verfügt über den Nuklearcode und kann 21-Jährige ins Gefecht schicken", führt Obama aus.

Trumps Botschaft für viele nachvollziehbar

Trump taugt nicht, findet Obama. Er ist ein Schauspieler, ein Aufschneider. Antwort Trump: "Obama kann froh sein, dass ich nicht beim letzten Mal angetreten bin, als Romney für die Republikaner ins Rennen ging. Dann hätte Obama nur eine Legislaturperiode als Präsident gehabt", meint Trump.

Obamas Überzeugung, Trump könne nicht Präsident werden, teilen viele Amerikaner nicht. Seine einfache Botschaft, er werde Amerika wieder zu alter Größe verhelfen, ist für viele nachvollziehbar und ansteckend. Auch die Präsidentschaftsbewerber aus der Mitte der Partei fürchten sich längst vor dem Mann mit den lockeren, menschenverachtenden Sprüchen, die eine einfache Welt vorgaukeln, in der Amerikaner die Anführer sind.

Obama gegen Trump
A. Horchler (HR, Washington)
17.02.2016 08:18 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 17. Februar 2016 um 14:50 Uhr auf NDR Info.

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