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Cyber-Security-Kurse für Schülerinnen Hacken lernen mit der NSA

Stand: 13.08.2015 20:18 Uhr

Hacken leicht gemacht - das lernen Schülerinnen in New York - und anderswo. Die Aktion ist keine bloße Schul-AG. Sponsor ist der US-Geheimdienst, die NSA hat Nachwuchssorgen. Die sollen auch mit Hilfe der Hacker-Seminare behoben werden.

Von Georg Schwarte, ARD-Hörfunkstudio New York

New York University, zweiter Stock der polytechnischen Ingenieursschule. 25 Mädchen. 25 Computer. Und vorne steht ein Mann im Anzug. Ein Special Agent des Secret Service. Sein Thema: "Cyber-Security": In der ersten Reihe: Nishita, 16 Jahre alt aus Queens meint: "Er erklärt uns, wie verwundbar wir alle am Computer sind."

Und mittendrin Computer-Professorin Linda Sally. Normalerweise beschäftigt sie sich an der Uni mit Algorithmen, heute also mal mit dem Secret Service: "Was macht der Secret Service? Er sorgt dafür, dass die Menschen sicher sind", sagt die Computerprofessorin. So einfach ist das.

75 Mädchen lernen in 14 Tagen alles über Cyber-Security

Linda leitet dieses Sommercamp der ganz besonderen Art. Insgesamt 75 Mädchen lernen in 14 Tagen alles über Cyber-Security. Sicherheit im Netz und im Computer. Soweit so normal. Das Besondere: Finanziert wird es von der NSA, der amerikanischen Geheimdienstagentur, die in Deutschland dadurch berühmt berüchtigt wurde, weil sie unter anderem auch das Handy der Kanzlerin abgehört hatte: Jetzt finanziert diese NSA 43 solcher Sommercamps in 18 Bundesstaaten der USA: "Na und?", sagt die Professorin. "Als die NSA anfragte, sagten wir, phantastisch. Dann haben wir mehr Geld für die Camps. Und die Auflagen waren so allgemein, dass wir alles ohne Probleme erfüllen konnten."

Die NSA sponsert Ferienlager für Teenager? Die im Schnitt 16-ärhigen haben damit kein Problem. Im Gegenteil, sagt Iyonne aus Brooklyn. "Wir wollen nur lernen, wie wir uns vor Hackern schützen. Die NSA will uns nicht ausspionieren. Sie finanzieren das hier, weil sie speziell Frauen für Cyber-Security interessieren wollen und weil sie wollen, dass wir uns schützen können.“

Und das lernen sie in 14 Tagen. Sie lernen Passwörter zu knacken, die Grundlagen des Computerhackings. Und sie lernen, dass es in der Computerwelt der Hacker  die White Hats gibt, die guten, die Rechner vor Angriffen sicherer machen und die Black Hats, die Bösen, die Kriminelles im Sinn haben. "Wir hier sind natürlich die Guten, die Whites Hats", sagt Nishita.

Die NSA hat Nachwuchssorgen

Vier Millionen Dollar lässt sich die NSA diese Sommerlager kosten. Bis 2020 soll es sie in allen 50 Staaten geben. Ein Grund. Die NSA sucht und braucht Nachwuchs, sie wollen die Besten. Und so kommen in die Kurse eben Gastredner wie heute vom Secret Service. In der Woche davor waren sie im New Yorker Google-Labor. Die Mädchen finden es klasse. Dass der Sponsor  der Geheimdienst ist? Schulterzucken: "Es sind mehr die Eltern der Mädchen, die beim Stichwort NSA aufhorchten, die Mädchen selbst sind eher unpolitisch", sagt die Professorin.

Sie hat sich ganz aufrichtig darüber gefreut, dass dank der NSA jetzt auch mal Mädchen in die Rubrik Cyber-Security reinschnuppern können: "Da gibt’s keine bösen Hintergedanken. Alles ganz unschuldig. Die Mädchen lernen hier viel Theorie. Und als jemand der aus der Theorie kommt, sag ich, super Idee."

Die Nachfrage für die NSA-Sommercamps ist übrigens riesig. Ein Grund: In die USA, wo Sommercamps gerne mal ein paar tausend Dollar kosten, gibt dieses High-Tech-Ferienlager umsonst. Der NSA sei Dank.

  

Hacken lernen von den Profis: NSA sponsert Feriencamps für Schüler
G. Schwarte, ARD New York
13.08.2015 19:50 Uhr

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