Logo der NSA | Bildquelle: picture alliance / dpa

NSA-Daten US-Whistleblowerin angeklagt

Stand: 06.06.2017 05:24 Uhr

Das FBI hat eine Frau festgenommen, die vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an eine Whistleblower-Website weitergegeben haben soll. Die Daten sollen beweisen, dass der russische Militärgeheimdienst versucht hat, die US-Wahl massiv zu manipulieren.

Das US-Justizministerium hat Klage gegen eine mutmaßliche Whistleblowerin eingereicht, die vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA weitergegeben haben soll. Es handele sich um eine 25-Jährige aus dem US-Staat Georgia, teilte die Behörde mit. Die Angestellte eines privaten NSA-Dienstleisters wurde durch das FBI festgenommen.

Aus bei Gericht eingereichten Unterlagen ging hervor, dass die Frau die Dokumente mutmaßlich kopierte und an eine namentlich nicht genannte Nachrichtenorganisation weitergab. Die Daten seien als "top secret" eingestuft worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AP. Dem US-Sender NBC wurde ein unmittelbarer Zusammenhang mit einem Bericht bestätigt, der unmittelbar zuvor auf der Website "The Intercept" erschienen war.

US-Whistleblowerin angeklagt
nachtmagazin 00:30 Uhr, 07.06.2017, Jochen Leufgens, ARD Washington

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Kontakt mit "Intercept" über Arbeitscomputer

Laut einer ebenfalls bei Gericht eingereichten eidesstattlichen Erklärung eines FBI-Agenten wurde die US-Regierung von dem Medium selbst darüber informiert, dass dieses vertrauliche Informationen überreicht bekam. Das FBI habe anschließend ermittelt, dass die Beklagte eine von sechs Mitarbeitern gewesen sei, die Kopien anfertigten. Zudem habe sie auf ihrem Arbeitscomputer in Kontakt mit der Website gestanden.

Der Anwalt der Beklagten wollte nicht bestätigen, dass die 25-Jährige angeklagt wurde, den NSA-Bericht an "The Intercept" weitergeleitet zu haben. Er wollte auch nicht die Regierungsbehörde nennen, in der sie arbeitet. "Meine Mandantin hat keine kriminelle Vorgeschichte, (...) sie ist eine sehr gute Person", so der Verteidiger.

"The Intercept" ist eine Website, die unter anderem von Laura Poitras und Glenn Greenwald betrieben wird. Sie gelangte im Zusammenhang mit dem NSA-Whistleblower Edward Snowden zu einiger Berühmtheit. "Intercept"-Sprecherin Vivian Siu sagte, das NSA-Dokument sei der Enthüllungsplattform anonym zugespielt worden. Das Medium habe "keine Kenntnis über die Identität der Quelle."

Dokumente deuten auf massiven russischen Hackerangriff hin

Der Bericht von "Intercept" befasst sich mit russischen Versuchen einer Beeinflussung der US-Wahl 2016. Demnach zeigten die NSA-Dokumente eindeutig, dass der russische Militärgeheimdienst noch weitgehender in die Wahl einzugreifen versuchte als bislang bekannt. Belegt seien demnach nun auch Attacken auf Systeme der Wählerregistrierung. Dafür hätten russische Hacker in den Tagen vor der US-Präsidentenwahl mindestens einen Zulieferer der US-Wahl-Software angegriffen.

Für den Angriff seien unter anderem Phishing-E-Mails versendet worden, um Schadsoftware zu platzieren. Außerdem habe es Versuche gegeben, Login-Daten zu stehlen. Wie erfolgreich der Versuch gewesen sei und welche Daten möglicherweise gestohlen wurden, bleibe allerdings unklar, heißt es in dem NSA-Bericht.

Trump will gegen Whistleblower vorgehen

"Die Veröffentlichung von geheimem Material ohne Autorisierung gefährdet die Sicherheit unserer Nation und untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierung", teilte Vizejustizminister Rod Rosenstein mit. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte das Justizministerium zuletzt angewiesen, verstärkt gegen die Weitergabe vertraulicher Informationen vorzugehen.

Trump steht wegen möglicher illegaler Kontakte seines Wahlkampfteams nach Moskau unter Druck. Russland wird vorgeworfen, den US-Wahlkampf mit Hackerangriffen zugunsten des späteren Wahlsiegers beeinflusst zu haben.

Über dieses Thema berichteten am 06. Juni 2017 Deutschlandfunk u.a. um 07:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau u.a. um 09:00 Uhr.

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