Kim Jong Un mit Fernglas | Bildquelle: REUTERS

Nach Raketentest Nordkoreas China teilt aus

Stand: 13.02.2017 12:10 Uhr

China hat den jüngsten Raketentest von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verurteilt und für eine Diskussion im UN-Sicherheitsrat plädiert. Zugleich kritisierte die chinesische Regierung aber auch die USA und Südkorea.

Nach dem Raketentest in Nordkorea hat China Kritik an dem Verhalten von Machthaber Kim Jong Un geübt. "China lehnt die Aktivitäten Nordkoreas ab, die gegen Entscheidungen des UN-Sicherheitsrates verstoßen." Der Sicherheitsrat werde Diskussionen über den Raketentest aufnehmen.

Der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, hob aber hervor, dass die Ursache des nordkoreanischen Atomprogramms aus chinesischer Sicht der Konflikt mit den USA und Südkorea sei. "Wir ermutigen sie, ihre Kommunikation zu verstärken." Alle Beteiligten sollten Anstrengungen unternehmen und Verantwortung übernehmen, um den Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu wahren.

Japan betont Rolle Chinas

Zuvor hatte Japan die Rolle Chinas bei dem Konflikt als "extrem wichtig" bezeichnet. Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, Japan werde China als verantwortliches Mitglied des UN-Sicherheitsrats auffordern, sich "konstruktiv" zu verhalten.

Auch Russland wertete den Start der Mittelstreckenrakete als Missachtung von UN-Resolutionen gegen das kommunistisch geführte Land. Der Weg zum Frieden in der Region führe aber nur über eine politische Lösung im Atomstreit mit Nordkorea.

Kim Jong Un umringt von jubelnden Koreanern | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Machthaber selbst hat nach Angaben der Regierung den Raketentest geleitet. Das Foto wurde von der staatlichen Agentur des Landes (KCNA) veröffentlicht.

Kim Jong Un mit Fernglas | Bildquelle: REUTERS
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Kim Jong Un bezeichnete den Raketentest als Erfolg. Die Volksarmee könne ihre strategischen Pflichten jetzt "präziser und schneller" ausführen. Bildquelle: staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

"Raketentest als Erfolg"

Nordkorea hatte zuvor seinen jüngsten Test einer Mittelstreckenrakete als einen Erfolg gepriesen. Bei der "ballistischen Mittel-Langstrecken-Rakete Pukguksong-2" habe es sich um einen neuen Typ eines strategischen Waffensystems gehandelt, das am Sonntag erfolgreich getestet worden sei, berichteten die staatlichen Medien.

Machthaber Kim Jong Un habe die Vorbereitungen für den Start der Boden-Boden-Rakete vor Ort selber geleitet. Die Rakete kann demnach einen atomaren Sprengkopf transportieren. Die Volksarmee könne ihre strategischen Pflichten jetzt "präziser und schneller an jedem Ort ausführen: unter Wasser oder auf dem Land". 

Testflug der Pukugsong-2 | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Raketentest mit der "Pukguksong-2" wurde im Ausland als Verstoß gegen UN-Resolutionen verurteilt.

Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates

Beantragt wurde die Sitzung des UN-Sicherheitsrates von den USA, Japan und Südkorea.

Das Gremium beabsichtige, bereits am Nachmittag in New York zusammenzukommen. Das bestätigte die UN-Vertretung der Ukraine, die derzeit turnusmäßig den Vorsitz des höchsten UN-Gremiums innehat.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2017 u.a. um 12:00 Uhr.

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