Aktuelle Bilder gibt es nicht: Dieses Foto zeigt die Atomanlage Yongbyon im Jahr 2008 | Bildquelle: REUTERS

Informationen der US-Geheimdienste USA melden Plutonium-Produktion in Nordkorea

Stand: 09.02.2016 16:53 Uhr

Das kommunistische Nordkorea produziert nach Angaben des US-Geheimdienstes wieder Plutonium. Das Material kann für Atomwaffen verwendet werden. Wegen seines Atomprogramms hatten die UN Sanktionen gegen das international isolierte Land verhängt.

Das kommunistische Nordkorea hat nach Angaben des US-Geheimdienstes die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Aus dem Reaktor Yongbyon könne binnen "wenigen Wochen oder Monaten" Plutonium verfügbar sein, sagte US-Geheimdienstkoordinator James Clapper. Das Material könnte für Atomwaffen verwendet werden. Die UN hatten wegen des nordkoreanischen Atomprogramms Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land verhängt.

Die Staatsführung Nordkoreas hatte den Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, im Dezember 2002 enthüllt. Einige Jahre später wurde der Reaktorkomplex wieder geschlossen. Im Sommer 2013 zeigten aber Satellitenfotos, dass Nordkorea die Atomanlage wieder hochgefahren hatte. Clapper schrieb nun im Jahresbericht zu weltweiten Sicherheitsbedrohungen, dass Nordkorea seinen Reaktor lange genug habe laufen lassen, um schon bald über Plutonium verfügen zu können.

Kim Jong Un verfolgt den Start einer Langstreckenrakete | Bildquelle: REUTERS
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Nach US-Erkenntnissen treibt Machthaber Kim Jong Un das Atomprogramm weiter voran.

Empörung nach Raketenstart

Zuletzt hatten ein angeblicher Wasserstoffbombentest im Januar und der Abschuss einer Langstreckenrakete Nordkoreas vor wenigen Tagen für Empörung gesorgt - und sich international weiter isoliert.

Während die kommunistische Führung in Pjöngjang von einem "legitimen Recht auf Weltraumforschung" sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer Langstreckenrakete, die atomar bestückt werden kann. Nordkorea sind durch bestehende Resolutionen Atomtests sowie der Start von Raketen unter Verwendung ballistischer Raketentechnik untersagt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte daher den Raketenstart scharf.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel dürften sich nun weiter verschärfen. Die südkoreanische Regierung in Seoul kündigte an, mit Washington über den Aufbau eines US-Raketenschilds in Südkorea zu verhandeln. China und Russland lehnen die Stationierung von Abwehrraketen in der Region vehement ab.

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