Militärparade | Bildquelle: REUTERS

Militärparade in Nordkorea Bereit für den "vollständigen Krieg"

Stand: 15.04.2017 07:49 Uhr

Inmitten großer internationaler Spannungen feiert Nordkorea den 105. Geburtstag seines verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Bei einer Militärparade präsentierte das Regime seine neuesten Waffen - und drohte wiederholt den USA.

In Nordkorea ist der 105. Geburtstag von Landesvater Kim Il Sung mit einer großen Militärparade begangen worden. Dieser wird als "Tag der Sonne" bezeichnet und ist der höchste Feiertag des Landes. Das Staatsfernsehen zeigte Tausende Soldaten, die über den zentralen Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang marschierten. Zudem wurden Panzer und Waffen - auch aus dem international sanktionierten Raketenprogramm - präsentiert.

Zugleich drohte das bitterarme kommunistische Land den USA erneut mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie ihre "Provokationen" nicht einstellen. Die "militärische Hysterie" der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine "gefährliche Phase erreicht". Das Land sei bereit, jeglicher Bedrohung vonseiten der USA entgegenzutreten, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter in einer Rede in Pjöngjang. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump "schaffe eine Kriegssituation" auf der koreanischen Halbinsel, indem sie Militär in die Region verlege, so Choe Ryong Hae, der als die Nummer Zwei in der nordkoreanischen Regierung gilt. "Wir sind bereit, einen vollständigen Krieg mit einem vollständigen Krieg zu beantworten", drohte Hae.

Kim Jong Un lässt aufmarschieren
tagesschau 12:00 Uhr, 15.04.2017, Philipp Abresch, ARD Tokio

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Vorführung einer Interkontinentalrakete?

Machthaber Kim Jong Un verfolgte die Parade von einem Podium aus. Er war mit einem donnernden Applaus begrüßt worden, hielt aber keine Rede. Erfreut beobachtete er die Tanzeinlagen sowie die vorbeiziehenden Truppen und Militärfahrzeuge mit zahlreichen Raketen, darunter mehrere Raketen der Typen KN-08 und KN-14. Auch Kampfpanzer, Raketenwerfer und andere Waffensysteme rollten an Kim vorbei.

Nordkoreanische mobile Startrampen mit offenbar neuartigen Raketen bei der Militärparade | Bildquelle: AFP
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Mobile Startrampen mit offenbar neuartigen Raketen bei der Parade in Pjöngjang

Soldaten präsentierten zudem eine Waffe, die einer ballistischen Interkontinentalrakete ähnelte. Laut Militärexperten arbeitet Nordkorea an der Entwicklung von Raketen, die eines Tages Ziele in den USA erreichen sollen. Südkoreanischen Analysten zufolge war eine Rakete dieser Größe zuvor noch nicht präsentiert worden.

Die Feierlichkeiten finden unter starker internationaler Beobachtung statt. Im Ausland wird befürchtet, dass Machthaber Kim - der Enkel des Staatsgründers - den Feiertag nutzen könnte, um einen weiteren Atomwaffentest zu unternehmen. Es wäre der sechste seit 2006. Allein im vergangenen Jahr waren zwei Tests durchgeführt wurden. Kim betont immer wieder die Wichtigkeit von Atomwaffen für die Verteidigungsstrategie des Landes. In der diesjährigen Neujahrsansprache hatte Kim angekündigt, dass die Vorbereitungen für den Start einer ballistischen Interkontinentalrakete auf Hochtouren laufen.

Seit Tagen Aktivitäten auf einem Testgelände

Nach Angaben der John-Hopkins-Universität in den USA zeigen Satellitenbilder seit Tagen Aktivitäten auf einem Testgelände in Punggye Ri. Der Auslandssender Voice of America berichtet, ein atomarer Sprengsatz sei bereits in einen Tunnel geschoben worden.

Die USA hatten angekündigt, wegen der Gefahr aus Nordkorea "militärische Optionen" zu prüfen. Trump schickte vor einigen Tagen den Flugzeugträger USS "Carl Vinson" und mehrere Kriegsschiffe zur koreanischen Halbinsel.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2017 um 06:20 Uhr.

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