Südkoreas Staatschef Moon Jae In und die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong.  | Bildquelle: AFP

Kim lädt Moon ein Charme-Offensive aus dem Norden

Stand: 10.02.2018 12:41 Uhr

Nach dem gemeinsamen Olympiateam sendet Nordkorea ein weiteres Zeichen der Entspannung. Machthaber Kim lud den südkoreanischen Präsidenten Moon nach Pjöngjang ein. Der reagierte jedoch verhalten.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Als das Treffen zwischen der nordkoreanischen Delegation und dem südkoreanischen Präsidenten begann, wusste noch niemand, worum genau es gehen würde. Doch dass Pjöngjang eine 22-köpfige Gruppe von hochkarätigen Funktionären losgeschickt hatte, weckte Erwartungen. Immerhin war neben dem offiziellen Staatsoberhaupt, dem 90-jährigen Kim Yong Nam, auch die 30-jährige Schwester des Machthabers Kim Jong Un dabei. Sie bekleidet trotz ihrer Jugend hohe Ämter, ist unter anderem Mitglied des Politbüros der Arbeiterpartei und Ministerin für Propaganda und Agitation.

Kim Jong Un lädt südkoreanischen Präsidenten Moon nach Pjöngjang ein
tagesthemen 23:15 Uhr, 10.02.2018, Sascha Storfner, ARD Peking zzt. Pyeonchang

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Emissärin des Machthabers

In Seoul stellte sich Kim Yo Jong heute in einer weiteren Funktion vor: als Emissärin ihres Bruders. Sie überreichte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine blaue Mappe mit einem Brief ihres Bruders.

Moons Sprecher erklärte in einer Pressekonferenz: "Die Sondergesandte überbrachte ein Schreiben von Kim Jong Un, das seinen Willen zum Ausdruck bringt, die interkoreanischen Beziehungen zu verbessern. Mündlich sprach sie eine Einladung Kims nach Pjöngjang zu einem passenden Zeitpunkt aus. Er möchte Präsident Moon so bald wie möglich treffen."

Moon fordert mehr Bewegung vom Norden

Die überraschende Offerte zeigt das Tempo, mit dem sich das Verhältnis zwischen den beiden Koreas zu ändern beginnt. Bis zum Ende des vergangenen Jahres gab es nicht einmal Gesprächskontakte. Moons Vorgängerin Park hatte alle Brücken abgebrochen, bestärkt durch die USA. Präsident Donald Trump setzte das Sanktionsschwert gegen Nordkorea in Kraft, in der Hoffnung, damit die Atom- und Raketenpolitik Pjöngjangs stoppen zu können. Washington verweigert jeden Dialog, was auch die eher peinliche Szene erklärt, als US-Vizepräsident Mike Pence gestern als einziger Staatsmann die Feier nach der Eröffnung der Olympische Spiele fluchtartig verließ und damit den Gastgeber Moon vor den Kopf stieß.

Die politische und militärische Abhängigkeit Südkoreas von den USA, aber auch diplomatische Klugheit sorgten dafür, dass der südkoreanische Präsident vorsichtig auf Kims Einladung reagierte: "Als Antwort hat Präsident Moon seine Absicht zum Ausdruck gebracht, dass das Treffen unter den richtigen Bedingungen stattfinden möge", so der Sprecher des Präsidenten. Er betonte aber gleichzeitig, baldige Gespräche zwischen Nordkorea und den USA seien unentbehrlich für die Verbesserung der interkoreanischen Beziehungen. Er drängte Nordkorea dazu, von sich aus auf die USA zuzugehen, um einen Dialog in Gang zu bringen.

Kritik an Japan

Den japanischen Premierminister Shinzo Abe warnte Moon vor Einmischung. Abe hatte erklärt, die gemeinsamen Manöver der USA und Südkoreas müssten sofort wieder aufgenommen werden. Sie sind bis nach den Olympischen Spielen ausgesetzt. In ungewöhnlich scharfen Worten kritisierte der südkoreanische Präsident die Verletzung der Souveränität seines Landes - durch Abe.

Kim Jong Un lädt Moon nach Pjöngjang ein
J. Hanefeld, ARD Tokio
10.02.2018 12:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2018 um 12:55 Uhr.

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