Kim Jong Un bei der Inspektion einer Wasserstoffbombe. Das Foto wurde von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht. | Bildquelle: dpa

Atomstreit mit Nordkorea USA fordern Ölembargo

Stand: 06.09.2017 21:00 Uhr

Die USA wollen laut Medienberichten im UN-Sicherheitsrat ein internationales Ölembargo gegen Nordkorea durchsetzen. Präsident Trump erörterte mit Chinas Staatschef Xi das weitere Vorgehen im Atomstreit. Ob Russland und China weitere Sanktionen mittragen, ist jedoch fraglich.

Im Atomstreit mit Nordkorea wollen die USA ein internationales Ölembargo gegen das kommunistisch regierte Land erreichen. Das geht aus einem Resolutionsentwurf hervor, der an die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in New York ging.

Dem Entwurf zufolge, der den Nachrichtenagenturen AFP und Reuters vorliegt, strebt Washington zudem das Einfrieren des Vermögens von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un an. Ferner solle ein Embargo auf Textilexporte aus Nordkorea verhängt werden.

Chancen für Resolution unklar

Die USA, die von Großbritannien und Frankreich unterstützt werden, streben eine Abstimmung im Sicherheitsrat am Montag an. Die Vetomächte Russland und China haben bislang noch keine Zustimmung für eine weitere Sanktionsrunde signalisiert.

Trump erklärte, eine militärische Lösung des Konflikts sei für ihn nicht die erste Option. "Das ist sicherlich nicht unsere erste Wahl, aber wir werden sehen, was passiert", sagte er. Zuvor hatte er mit Chinas Präsident Xi Jinping telefoniert. Das Gespräch mit Xi bezeichnete Trump als sehr freimütig und sehr stark. Man werde sich von dem, was in Nordkorea passiere, nicht auseinanderbringen lassen, sagte Trump. Xi und er stimmten in Sachen Nordkorea zu 100 Prozent überein.

US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping | Bildquelle: AP
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In Bezug auf Nordkorea offenbar einig: US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi

Unter Bezug auf Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm sagte Trump: "Er (Xi) möchte auch nicht, dass das passiert, was dort passiert." Präsident Xi würde gerne "irgendetwas machen", so Trump. "Wir werden sehen, ob er es tun kann oder nicht."

Xi drang dem Pekinger Außenministerium zufolge in dem Telefonat mit Trump auf eine friedliche Beilegung des Konflikts. Die Volksrepublik setze auf Konsultationen und Dialog, teilte das Ministerium mit. Große Bedeutung werde auch dem in diesem Jahr geplanten Besuch Trumps in China beigemessen.

NATO fordert mehr Konsequenz

Die NATO forderte ebenfalls eine Verstärkung des internationalen Drucks auf Nordkorea. NATO-Botschafter sagten nach Gesprächen in Brüssel, es sei nun unbedingt erforderlich, dass alle Länder die bestehenden UN-Sanktionen sorgfältiger und transparenter umsetzen.

Pjöngjang hatte am Sonntag nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet. Nach einer neuen Einschätzung Japans hatte diese eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen - mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. Nach Satellitenaufnahmen, die Südkorea veröffentlichte, führte die Detonation zu Erdrutschen im Gebiet des nordkoreanischen Atomwaffentest-Geländes Punggye-ri.

 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. September 2017 um 23:00 Uhr und die tagesschau am 07. September 2017 um 05:30 Uhr.

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