Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beobachtet den Start einer Rakete | Bildquelle: REUTERS

Atomstreit mit Nordkorea Erstes Signal für eine Wende

Stand: 21.04.2018 14:41 Uhr

Was bedeutet die Ankündigung Nordkoreas, Atomwaffen-Tests zu stoppen? Das ist ein erstes Signal für eine Wende. Doch Machthaber Kim wird Gegenleistungen erwarten.

Von Klaus Scherer, NDR

Der Paukenschlag ist Kim Jong Un geglückt, doch bedeutet er schon eine Umkehr? Vorsicht. Denn er stellt ja nicht in Aussicht, sein Atomarsenal abzubauen, wie es der Westen fordert. Er ändert nicht seine Marschrichtung, aber stoppt immerhin die weitere Eskalation.

Das ist ein wichtiges erstes Signal, dem nach und nach weitere folgen könnten - auch von westlicher Seite. Gut möglich, dass weitere Schritte mit westlichen Unterhändlern schon vereinbart sind und bald bekannt werden. Dann könnte es eine echte Wende werden: hin zu Abrüstung und vielleicht sogar zu einem Friedensvertrag, den es in Korea noch immer nicht gibt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor applaudierenden Soldaten | Bildquelle: AP
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Machthaber Kim Jong Un: Propaganda-Posen nach innen?

Rückbau des Waffenprogramms

Was also könnten die nächsten Schritte sein? Da wäre vor allem der nachprüfbare Rückbau des Waffenprogramms nötig - etwa gegen ein erstes Lockern der internationalen Sanktionen. Dann würde es für Nordkorea ans Eingemachte gehen. Denn Kim bekräftigt ja weiterhin, dass sein Atom- und Interkontinentalraketen-Programm intakt sei und nur deshalb keiner weiteren Tests mehr bedürfe. Das klingt noch immer, als sei der Bestand selbst nicht verhandelbar.

Reaktionen auf Nordkoreas Ankündigung Atomtests zu stoppen
tagesschau 20:00 Uhr, 21.04.2018, Clas Oliver Richter, ARD Stockhom

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Allerdings: Dies könnten auch Propaganda-Posen nach innen sein, um den Anschein aufrecht zu halten, Kims Arsenale hätten Washington in die Knie gezwungen. Bedenkt man, dass Fachleute die Schlagkraft seiner Raketenmodelle noch immer anzweifeln, hätte er also mit wenig Mitteln viel erreicht. Forderungen des Westens nach echter Abrüstung dürfte Kim nunmehr mit Gegenforderungen verbinden - wie etwa den Abzug der US-Truppen aus Südkorea.    

TV-Ansprache des Nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un | Bildquelle: AFP
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TV-Ansprache von Kim Jong Un: Ein gesichtswahrender Schritt?

Erfolg der Sanktionen?

Kims Ankündigung ist aber wohl auch als Erfolg der Sanktionen zu werten - trotz aller Embargo-Lücken. Insider in Südkorea haben sich zuletzt sicher gezeigt, dass die Sanktionen langfristig wirken. Zumal auch China sie weithin unterstützt hat. Natürlich kommt es nicht als Eingeständnis Kims daher, dass er sich dem internationalen Druck beuge. Doch das macht die Kunst der Diplomatie aus.

Dass Kim sich künftig auf den wirtschaftlichen Aufbau seines Landes konzentrieren wolle, klingt sehr nach einem verabredeten, gesichtswahrenden Schritt. Jede Lockerung der Sanktionen und jede mögliche spätere Wirtschaftshilfe, die der Westen tatsächlich langfristig in Aussicht stellt, kann Kim nach innen als Verhandlungserfolg reklamieren, den Nordkorea seiner neuen militärischen Stärke verdanke.

Nord Korea
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Totalitäres Regime ohne äußeren Feind - könnte das funktionieren?

Regime ohne Feind?

Auch die Aussicht auf einen historischen Friedensvertrag mit dem Erzfeind USA könnte Nordkoreas Machthaber nach innen feiern. Dies würde zunächst seine Macht stärken. Trotzdem bleibt fraglich, ob Kims totalitäres Regime ohne äußeren Feind nicht irgendwann im Inneren unter Druck gerät. 

Nordkorea will Atomtests stoppen
tagesschau 20:00 Uhr, 21.04.2018, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Bleibt die Frage, ob sich US-Präsident Trump, der prompt von einer guten Entwicklung sprach, schon als Gewinner wähnen kann. Vorsicht auch da. Was wir sehen ist ein erster Erfolg erwachsener Diplomatie, und zwar weit jenseits des kindischen Kriegs der Worte, den sich Trump lange mit Kim lieferte. Aber sie wird weiter Geschlossenheit und einen langen Atem erfordern. Es gab in der Vergangenheit ähnliche Entspannungsphasen, ohne dass sie von Dauer waren.

Ein Großteil des Erfolges, wenn es denn diesmal einer wird, gebührt Südkorea, dessen Diplomaten wissen, dass sie ohne Einvernehmen mit Washington nichts erreichen. Ihnen ist aber auch bewusst, dass umgekehrt Washington gegenüber Pjöngjang den Schulterschluss mit Seoul braucht.

Deshalb war das Szenario von Militärschlägen gegen Nordkorea unrealistisch. Seoul hätte das nie unterstützt. Südkorea begreift sich zu Recht als Vermittler. Und beobachtet übrigens seit Jahren die deutsche Wiedervereinigung. Ein Chefunterhändler des Südens zitierte dieser Tage vor der Presse sogar den SPD-Politiker Egon Bahr - mit Blick auf die schwierige innerdeutsche Annäherung im Kräftefeld der Supermächte.

Einen "Weltspiegel extra" von Klaus Scherer zum Thema Nordkorea sendet das Erste am Mittwoch, 25. April, um 22.45 Uhr.

 

ARD-Dokumentation zu Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm
tagesschau 13:15 Uhr, 04.02.2018, Klaus Scherer, NDR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. April 2018 um 17:00 Uhr.

Korrespondent

Klaus Scherer | Bildquelle: NDR/Hendrik Lüders Logo NDR

Klaus Scherer, NDR

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