Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS

Reaktion auf Trump Nordkorea droht mit Angriff auf US-Insel

Stand: 09.08.2017 12:03 Uhr

Trotz scharfer Warnungen von US-Präsident Trump hat Nordkorea mit einem Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht. Trump hatte Nordkorea kurz zuvor "Feuer und Zorn" angekündigt, falls das isolierte Land seinen Kurs fortsetze.

Nordkoreas Militär hat den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Laut einem Armeesprecher könnte der Plan "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un dies entscheide.

Die Drohungen bezogen sich direkt auf die US-Luftwaffenbasis Andersen, von der die USA immer wieder strategische B-1-Bomber zu Militärmanövern zur koreanischen Halbinsel entsendet haben. In Erwägung gezogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die Stützpunkte auf Guam und die dort stationierten Bomber in Schach zu halten. Insgesamt sind auf Guam 6000 US-Soldaten stationiert, die Insel liegt 3400 Kilometer von Nordkorea entfernt.

Konflikt zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich zu
tagesschau 12:00 Uhr, 09.08.2017, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Reaktion auf US-Militärmanöver

Begründet wurde die Drohung Pjöngjangs mit der Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie den jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea. "Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren", hieß es.

Zitat

"Wir begegnen dem mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat."

Donald Trump

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "totalen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Die Stellungnahme aus Pjöngjang kam nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat", sagte Trump.

An Trumps Rhetorik gab es allerdings auch scharfe Kritik. "Wir müssen streng und wohlüberlegt mit Nordkorea sein, aber leichtsinnige Rhetorik ist keine Strategie für ein weiterhin sicheres Amerika", sagte der Chef der Demokraten im Senat, Charles Schumer. Auch der republikanische Senator John McCain sagte, er habe "Einwände": "Man muss sich sicher sein, dass man auch in die Tat umsetzen kann, was man androht. Ich denke, es sollte gelten: 'Tritt leise auf, aber hab' einen großen Knüppel dabei.'" Die Situation sei "sehr, sehr, sehr ernst".

Auch die Bundesregierung verlangte Mäßigung von beiden Seiten. "Die Lage ist wirklich sehr ernst. Ein weiteres Säbelrasseln wird uns hier sicher nicht weiterhelfen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die diplomatischen Bemühungen müssten weitergehen.

Raketen mit Mini-Atomsprengköpfen

Zuvor hatten schon Berichte über erhebliche Fortschritte des kommunistischen Staats bei seinem Atom- und Raketenprogramm für Beunruhigung gesorgt. Nordkorea ist nach Erkenntnissen der USA und Japans inzwischen in der Lage, seine Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen.

Die "Washington Post" berichtete, Nordkorea habe nach Einschätzung des US-Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu demselben Schluss.

Der Nordkorea-Konflikt gilt als der gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht.

Test einer Interkontinentalrakete

Trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat am Wochenende die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Staatschef Kim sagte nach dem Test, das US-Festland sei jetzt in Reichweite. Nach Einschätzung von US-Experten wäre eine solche Rakete in der Lage, Los Angeles oder sogar Chicago zu erreichen.

Verbaler Schlagabtausch zwischen Nordkorea und USA
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
09.08.2017 10:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. August 2017 um 04:58 Uhr.

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