Bob Dylan | Bildquelle: picture alliance / dpa

Nobelpreis für Bob Dylan Nun doch ganz persönlich ...

Stand: 29.03.2017 14:53 Uhr

Am Wochenende will Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur in Stockholm entgegennehmen. Zur offiziellen Preisverleihung im Dezember war der Musiker nicht erschienen, und auch diesmal verzichtet der 75-Jährige auf großes Brimborium.

Mit der Öffentlichkeit hat es Sänger Bob Dylan nicht so - daran ändert auch ein Nobelpreis nichts. Nachdem der 75-Jährige der offiziellen Preisverleihung im Dezember ferngeblieben war, will der Musiker das Nobel-Diplom und die Medaille nun aber doch noch persönlich entgegennehmen.

Am Wochenende werde Dylan nach Stockholm reisen, um die Auszeichnungen von der Jury der Akademie überreicht zu bekommen, teilte die Chefin der Schwedischen Akademie, Sara Danius, in ihrem Blog mit.

Dylan wurde im September als erster Songschreiber überhaupt mit einem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, für seine "poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Gesangstradition", durch die er den "Status einer Ikone" erlangt hätte, hieß es damals in der Begründung der Jury. Doch von dem Geehrten selbst hörte man zunächst einmal nichts. Erst zwei Wochen später verkündete Dylan, dass er die Ehrung annehme und auch zur Preisverleihung im Dezember kommen wolle - "falls möglich".

Patti Smith als Vertretung

Letztendlich war es nicht möglich, "aufgrund anderer Verpflichtungen", wie Dylan selbst seine Absage begründete. Stattdessen kam Musikerkollegin Patti Smith, im Gepäck den Dylan-Song "A hard rain's a-gonna fall".

Patti Smith | Bildquelle: dpa
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Patti Smith singt auf der Feier zur Verleihung der Nobelpreise.

Und auch jetzt wird es den großen, feierlichen Auftritt nicht geben. Wie Danius weiter schrieb, werde das Treffen mit der Jury am Wochenende in "kleinem und intimen" Rahmen stattfinden - ohne Publikum und ohne Medien. Zudem ist Dylan noch die übliche Nobelvorlesung schuldig, die jeder Würdenträger halten muss, auch um das Preisgeld zu bekommen. In Dylans Fall sind das 840.000 Euro.

Konzerte statt Vorlesung

Dem kamerascheuen Künstler bleiben allerdings Alternativen: Er kann die Vorlesung auch als Video einreichen, bis zum 10. Juni hat Dylan dafür noch Zeit. Der Akademie-Chefin zufolge gebe es "gute Gründe zu glauben, dass eine aufgezeichnete Version zu einem späteren Stadium zugeschickt wird".

Die Schweden können Dylan am Wochenende aber trotzdem ganz nah erleben: Geplant sind zwei Konzerte in Stockholm und wenig später, am 9. April, soll der Nobelpreisträger auch im südschwedischen Lund auf der Bühne stehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. März 2017 um 17:00 Uhr

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