Preisträger des Chemie-Nobelpreises 2015 | Bildquelle: AFP

Arbeiten zur DNA-Reparatur Chemie-Nobelpreis für drei Erbgut-Forscher

Stand: 07.10.2015 13:29 Uhr

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die Genforscher Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar. Der Schwede, der US-Amerikaner und der gebürtige Türke wurden für ihre Arbeiten zur Erbgut-Reparatur ausgezeichnet.

Drei Genforscher haben in diesem Jahr den Nobelpreis für Chemie erhalten. Der Schwede Tomas Lindahl, der US-Amerikaner Paul Modrich und der gebürtige Türke Aziz Sancar wurden für ihre Arbeiten zur Erbgut-Reparatur ausgezeichnet. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet rund 850.000 Euro dotiert.

Die drei ausgezeichneten Forscher sind der Frage nachgegangen, wie die DNA intakt bleibt, obwohl ihre Moleküle bei der Zellteilung im Körper ständig kopiert werden. Die Wissenschaftler haben mit ihren Arbeiten die Prozesse in der DNA-Reparatur offengelegt.

Drei Erbgutforscher erhalten Chemie-Nobelpreis
tagesschau 14:00 Uhr, 07.10.2015, Clas Oliver Richter, ARD Stockholm

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Ergebnisse sind für Krebstherapien interessant

"Ihre systematische Arbeit hat einen entscheidenen Beitrag geleistet, zu verstehen, wie lebende Zellen funktionieren, und ihre Arbeit hat Erkenntnisse über die molekularen Ursachen von verschiedenen Erbkrankheiten und über die Mechanismen hinter Krebs und dem Älterwerden geliefert", begründete das Nobelpreis-Komitee seine Entscheidung. Die Forschungsergebnisse der drei könnten unter anderem zur Entwicklung neuer Krebsbehandlungen führen.

Wie die Akademie erklärte, war bis zu den 1970er-Jahren angenommen worden, dass es sich bei der DNA um ein stabiles Molekül handele. Der Schwede Lindahl habe dann gezeigt, dass die Desoxyribonukleinsäure in schnellem Tempo zerfällt: Das Erbgut wird von UV-Strahlen der Sonne und krebserregenden Substanzen beschädigt.

Forschung der Preisträger greift ineinander

Sancar, der die amerikanische und die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, habe den Mechanismus entdeckt, mit dem Zellen UV-Schäden an der DNA reparieren. Der Amerikaner Modrich habe vor Augen geführt, wie die Zelle Fehler korrigiert, wenn die DNA während der Zellteilung reproduziert wird, erklärte die Akademie.

Der 77-jährige Lindahl ist emeritierter Gruppenleiter am Francis Crick Institute in Großbritannien. Modrich, Jahrgang 1946, ist Professor an der Duke University School of Medicine im US-Staat North Carolina. Der 69 Jahre alte Sancar ist Professor an der University of North Carolina School of Medicine, ebenfalls in den USA.

Ein Mitglied des Nobelpreis-Komitees präsentiert einen armgroßes Modell eines DNA-Stranges zur Veranschaulichung der Forscherleistung. | Bildquelle: AFP
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Zur Veranschaulichung der Forschungsergebnisse präsentierte das Nobelpreis-Komitee ein Modell eines DNA-Stranges.

Lindahl: "Fühle mich sehr glücklich"

"Ich wusste, dass ich über die Jahre für den Preis in Betracht gezogen worden bin, aber das sind 100 andere genauso", sagte der per Telefon aus London zugeschaltete Lindahl bei der Nobel-Pressekonferenz in Stockholm. "Ich fühle mich sehr glücklich und bin stolz darauf, heute ausgewählt worden zu sein."

Im vergangenen Jahr hatten der Deutsche Stefan Hell und die beiden Amerikaner Eric Betzig und William Moerner den Nobelpreis für Chemie erhalten. Sie bekamen die Auszeichnung für ihre Entwicklung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie.

Am Montag und Dienstag waren die diesjährigen Gewinner der Nobelpreise für Medizin und Physik bekannt gegeben worden. Am Donnerstag wird mitgeteilt, wer den Literaturnobelpreis erhält. Am Freitag wird der Friedensnobelpreis vergeben.

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