Karte: Agadez und Dirkou, Niger

Flucht nach Europa 44 Migranten in der Sahara verdurstet

Stand: 01.06.2017 15:19 Uhr

Auf der Flucht nach Europa sind Dutzende Migranten in der Sahara ums Leben gekommen. Sie waren in der Wüste gestrandet und verdurstet, nachdem der Laster der Schlepper liegengeblieben war. Unter den Opfern sollen auch Kleinkinder sein.

Im Niger sind mindestens 44 Migranten nach einer Autopanne in der Sahara verdurstet. Unter den Opfern seien viele Frauen und auch Kleinkinder, wie eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte. Weitere fünf Menschen seien bislang unauffindbar. Die Flüchtlinge hatten versucht, die Sahara in Richtung Mittelmeer zu durchqueren. In dem Gebiet herrschen Temperaturen von über 50 Grad Celsius.

Die Migranten stammten größtenteils aus Ghana und Nigeria und wollten Libyen erreichen, um dann über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Der Laster der Schlepper war auf der Route von Agadez nach Dirkou liegengeblieben. Sechs Menschen hätten es in einen Ort geschafft, sagte die IKRK-Sprecherin. Das Französische Rote Kreuz betreue sie medizinisch und psychologisch. Zwei der Überlebenden führten Retter zum Unglücksort, an dem die Leichen gefunden wurden. Der Leiter des Roten Kreuzes der Region Bilma sprach von 17 Frauen und sechs Kindern.

Die meisten Todesfälle werden nie bekannt

Agadez gilt als Umschlagplatz für Menschenschmuggler, die Flüchtlinge aus der Subsahara nach Libyen und Algerien bringen. In den vergangenen Jahren durchquerten Hunderttausende Afrikaner die Wüste auf dem Weg nach Europa. Viele Migranten überleben den schwierigen Weg zum Mittelmeer nicht. Die meisten Todesfälle im weitgehend unbewohnten Sahara-Gebiet werden jedoch nie bekannt. Im vergangenen Jahr machten sich der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge rund 330.000 Migranten vom Niger aus auf den Weg Richtung Mittelmeer.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juni 2017 um 08:10 Uhr.

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