Künstliche Befruchtung im Labor | Bildquelle: AP

Künstliche Befruchtung Kinder mit falschem Vater in Utrecht?

Stand: 28.12.2016 17:02 Uhr

Bei der künstlichen Befruchtung an einer Klinik im niederländischen Utrecht ist es zu einem Fehler gekommen. Die Folge: Mehrere Frauen erhielten womöglich Sperma eines anderen Mannes. DNA-Untersuchungen sollen nun Klarheit bringen.

Von Ludger Kazmierczak, ARD-Hörfunkstudio Den Haag

Am Universitätskrankenhaus im niederländischen Utrecht ist es bei einem Verfahren zur künstlichen Befruchtung zu einem Fehler gekommen. Die betroffenen Paare wurden am Tag nach Weihnachten vom Universitätskrankenhaus in Utrecht informiert. Laut Kliniksprecher Eric Trinthamer handelt es sich um einen "Verfahrensfehler".

"Während der Prozedur im Fertilisationslabor sind bei 26 Befruchtungen möglicherweise andere Samen verwendet worden, als die des eigentlich gewünschten Vaters", erklärte Trinthamer.

Den Fehler soll ein junger Laborant der Uniklinik begangen haben. Anders als seine Kollegen, so Trinthamer, habe dieser Mitarbeiter bei den künstlichen Befruchtungen eine Pipette verwendet, die nicht steril gewesen sei.

"In dem verwendeten Instrument ist vermutlich der Samen eines anderen Spenders zurückgeblieben. Dieser Samen hat sich unter Umständen bei den folgenden Behandlungen mit dem Samen des eigentlich vorgesehenen Vaters vermischt."

Neun Kinder bereits geboren

Von den 26 betroffenen Frauen haben neun ihr Kind bereits bekommen, vier sind schwanger. Die befruchteten Eizellen der anderen 13 Frauen wurden noch nicht verpflanzt. Die Klinik ist mit allen Eltern im Gespräch.

Mithilfe von DNA-Untersuchungen, so Eric Trinthamer, könne definitiv geklärt werden, ob die Partner der Frauen auch tatsächlich die biologischen Väter sind. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es nicht sind, ist gering. Aber ausgeschlossen ist es nicht", ergänzt Trinthamer.

So lange leben die Paare mit der Ungewissheit, ob nicht vielleicht ein völlig fremder Mann der biologische Vater ihres Kindes ist. Für die Eltern ist das eine große Belastung. Aber, so Kliniksprecher Trinthamer, auch der Laborant sei schwer angeschlagen. Ob Schadenersatzansprüche auf ihn oder das Krankenhaus zukommen, ist derzeit noch offen.

Fehler bei künstlicher Befruchtung in Utrecht
Ludger Kazmierczak, WDR Den Haag
28.12.2016 16:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Dezember 2016 um 15:38 und um 17:38 Uhr.

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