Der türkische Ministerpräsident Erdogan. | Bildquelle: dapd

Neujahrsansprachen und -wünsche Erdogan stimmt Bürger auf Kampf ein

Stand: 31.12.2016 17:57 Uhr

In seiner Neujahrsansprache hat Präsident Erdogan die Türken auf einen langen Kampf eingeschworen. Russlands Präsident Putin dankte den Bürgern für Unterstützung in Krisenzeiten. Der gewählte US-Präsident Trump wünschte auch seinen Feinden eine frohes Neues Jahr.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht sein Land in einem "neuen Unabhängigkeitskrieg". "Die nationale Einheit, territoriale Integrität, Institutionen, Wirtschaft, Außenpolitik, kurz alle unsere Elemente, die uns als Staat aufrecht erhalten, werden scharf angegriffen", erklärte Erdogan in seiner Neujahrsbotschaft.

"Terrororganisationen sind nur die sichtbaren Gesichter und Werkzeuge dieses Kampfes. Wir kämpfen im Wesentlichen gegen die Mächte hinter diesen Organisationen", sagte der Präsident, ohne zu sagen, um welche Mächte es sich dabei handeln könnte.

Der "abscheulichste Terrorangriff" in der Geschichte der türkischen Republik sei der Putschversuch Mitte Juli gewesen. Aber: "Der Türkei ist es gelungen, aus dieser Katastrophe eine neue Auferstehung und einen Neuanfang zu machen."

Neben der "Säuberung" staatlicher Institutionen würden "diese Krebszellen" auf jeder gesellschaftlichen Ebene ausgemerzt, hieß es in Erdogans Neujahrsbotschaft. Der Staatschef schwor die Bevölkerung auf einen langen Kampf ein.

Erdogan macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch von Mitte Juli verantwortlich. Seitdem wurden im Zusammenhang mit dem Umsturzversuch mehr als 40 000 Menschen verhaftet, Zehntausende Staatsbedienstete wurden entlassen.

Putin dankt den Russen

Russlands Präsident Wladimir Putin nutzte seine Neujahrsbotschaft zu einem Dank an die Bevölkerung: "Ich möchte Ihnen aufrichtig danken für Ihre echte, herzliche Sorge um Russland", sagte der Präsident in einer Rede, die im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde. 2016 sei kein einfaches Jahr gewesen, "aber die Schwierigkeiten, auf die wir gestoßen sind, haben uns geeint und uns geholfen, enorme Reserven unserer Möglichkeiten zu mobilisieren, um voran zu kommen."

Der russische Präsident Wladimir Putin (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Putin sagte, es sei kein einfaches Jahr für Russland gewesen.

Russland kämpft seit zwei Jahren mit einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Kürzlich wurde der Wirtschaftsminister wegen Korruption entlassen. Zudem ist Russland in den Krieg in der Ostukraine involviert und die russische Armee beteiligt sich am Krieg in Syrien. Am 19. Dezember war der russische Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, in Ankara erschossen worden. Außerdem wurde der russische Sport von einem enormen Dopingskandal erschüttert.

Trump wünscht Liebe

Der künftige US-Präsident Donald Trump wünschte in einer Twitter-Botschaft allen ein frohes Neues Jahr. Neujahrsgrüße sandte der Immobilienunternehmer auch an all diejenigen, "die mich bekämpft haben und so schwer verloren haben, dass sie einfach nicht wissen, was sie tun sollen". Trump fügte hinzu: "Liebe!"

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Happy New Year to all, including to my many enemies and those who have fought me and lost so badly they just don't know what to do. Love!

Trump übernimmt am 20. Januar das Amt von US-Präsident Barack Obama. Der Kandidat der Republikaner hatte die Wahl im November gegen seine Rivalin Hillary Clinton von den Demokraten in einem extrem harten, von persönlichen Attacken geprägten Wahlkampf gewonnen. Zuletzt warf Trump dem scheidenden Präsidenten Obama vor, "aufrührerische" Reden zu halten und den Amtswechsel im Weißen Haus zu erschweren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Dezember 2016 um 18:00 Uhr.

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