NATO-Treffen im Dezember 2016 | Bildquelle: dpa

NATO in Trump-Zeiten Eine Reise ins Ungewisse

Stand: 15.02.2017 02:50 Uhr

US-Verteidigungsminister Mattis nimmt heute erstmals an einem NATO-Treffen teil. Die neue US-Regierung bedeutet für das Bündnis vor allem Ungewissheit. Richtig ungemütlich aber wird es für die EU.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Es gab eine Phase in den Wochen nach der Trump-Wahl, da wirkten offizielle Äußerungen der NATO fast wie eine Art Selbsthypnose: "Ich bin mir absolut sicher, dass die USA zum Bündnis stehen" - diesen Satz sagte Generalsekretär Stoltenberg immer und immer wieder. Als könnten durch dessen pure Wiederholung die bösen Geister des Zweifels vertrieben werden.

Nötig geworden war diese Selbstvergewisserung, weil Donald Trump vor dem Ablegen des Amtseids die NATO in historisch einmaliger Weise in Frage gestellt hatte: Der Politikexperte Steven Blockmans vom Center for European Policy Studies bestätigte im ARD-Hörfunk-Interview: "Trump hat sehr viel Staub aufgewirbelt."

Doch der Staub hat sich aus seiner Sicht etwas gelegt - auch Dank diverser transatlantischer Telefonate mit Trump selbst und dessen Ministern: "Ich gehe nicht davon aus, dass die NATO vom Auseinanderbrechen bedroht ist", sagt Blockman.

Zeitalter der Unwägbarkeiten

Dass für die Europäer das Trump-Zeitalter aber auch ein Zeitalter der Unwägbarkeiten werden dürfte, bestreitet niemand. Viel hängt davon ab, wer sich in der Regierungsmannschaft letztlich durchsetzt. Zum Beispiel im Umgang mit Russland.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg berichtet: "In meinen Telefonaten mit Präsident Trump und den Verteidigungs- und Außenministern habe ich das Signal bekommen, dass sie unseren zweigleisigen Ansatz aus Verteidigung und Dialog voll unterstützen."

Muss sich NATO stärker gegen den IS engagieren?

Auszugehen ist jedoch auch davon, dass sich das Bündnis in Zukunft mehr in Richtung Süden orientiert: Trump könnte darauf dringen, die NATO stärker in den Anti-Terror-Kampf gegen den "Islamischen Staat" einzubinden. Noch ist zwar überhaupt nicht absehbar, dass sich das Bündnis an Kampf-Einsätzen in Syrien beteiligt. Doch Konflikt-Potenzial gibt es genug. Gerade die Bundesregierung hatte sich bislang stets dagegen gestemmt, dass die NATO in der Krisenregion zu sehr Flagge zeigt.

Und dann ist da noch das große Thema Verteidigungsausgaben: "Faire Lastenteilung und höhere Verteidigungsausgaben untermauern die transatlantische Allianz", sagt Generalsekretär Stoltenberg. Er wird im Duett mit Trump den Druck auf die Europäer in den kommenden Monaten aufrechterhalten, ihre Budgets weiter zu erhöhen. Zumindest in dieser Hinsicht dürften die US-Partner jetzt schon wissen, wohin die Reise mit Trump geht.

Christian Mölling, Verteidigungsexperte, zum Bundeswehretat
tagesschau24 10:00 Uhr , 15.02.2017

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Die NATO schätzt keine Überraschungen

Nach Ansicht der meisten Experten hat die NATO jedoch insgesamt vom neuen US-Präsidenten weniger zu befürchten als die EU. Blockmans sagt dazu: "Trump hat darauf angespielt, dass andere EU-Mitgliedsstaaten gut beraten wären, den Block zu verlassen - wie die Briten. Das ist beunruhigend."

Die Reise in die Zukunft mit Donald Trump ist also gerade für die Europäer auch eine Reise ins Ungewisse. Das gilt vor allem für die EU, aber eben auch für die NATO. Denn wenn man eins beim Militärbündnis nicht schätzt, dann sind es Überraschungen. Und für die ist ein Donald Trump immer gut.

NATO im Trump-Zeitalter: Was auf die Europäer zukommt
Kai Küstner, NDR Brüssel
14.02.2017 22:54 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 15. Februar 2017 um 06:06 Uhr auf WDR 5 im Morgenecho.

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