Manfred Weber (CSU) | Bildquelle: dpa

Fall Skripal Politiker warnen vor Eskalation

Stand: 28.03.2018 07:38 Uhr

Nach der Ausweisung russischer Diplomaten im Fall Skripal plädieren deutsche Politiker für neue Gespräche. Bei der Frage nach einem diplomatischen Bann der Fußball-WM zeigen sie sich uneins.

Nach der Ausweisung russischer Diplomaten aus zahlreichen westlichen Staaten hat der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), sich für neue Gesprächskanäle zur russischen Führung ausgesprochen. "Wir sollten Stärke und Dialogbereitschaft zeigen", sagte der der CSU-Vize den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Das klare Signal der Solidarität vieler EU-Staaten mit Großbritannien" in Form der Ausweisungen sei wichtig gewesen, urteilte Weber. Alle, die jetzt einer Aufweichung der Sanktionen gegen Russland das Wort redeten, "schwächen unsere Position und Europa insgesamt". "Dennoch müssen neue Gesprächskanäle mit der russischen Führung gesucht werden", mahnte der CSU-Politiker.

Röttgen warnt vor Überbietungswettlauf

Auch der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen warnte vor einer Eskalation der diplomatischen Krise zwischen Russland und dem Westen. "Es gibt mit der Diplomatenausweisung ja jetzt eine starke, einheitliche westliche Reaktion auf den Fall Skripal", sagte er der "Rheinischen Post". Damit sei es "nun auch gut". "Es macht keinen Sinn, einen Überbietungswettlauf mit immer schärferen Reaktionen zu starten", warnte Röttgen.

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, (SPD) sprach sich ebenso dafür aus, im Dialog mit Moskau zu bleiben.

Politiker-Boykott der WM?

In der Frage nach einem möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland durch deutsche Politiker sind sich die Politiker uneins. Der Außenexperte der Grünen-Fraktion, Omid Nouripour, plädierte im "Spiegel" dafür, dass mit Ausnahme des Sportministers kein Regierungsmitglied zur WM fahren sollte.

Anders sieht das der sportpolitische Sprecher der Union, Eberhard Gienger. Er sagte der "Rheinischen Post", dass er es für falsch halte, den Sport in diese diplomatische Auseinandersetzung mit Russland einzubeziehen".

Auch der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, hält nichts von einem diplomatischen Boykott der WW und warnte vor einer Eskalationsspirale.

Zuvor hatte Island angekündigt, dass aus Protest gegen den Anschlag keine Politiker des Landes zur WM reisen werden.

Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei. | Bildquelle: dpa
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Manfred Weber, Vorsitzender der Fraktion der Europäischen Volkspartei, wirbt für neue Gespräche.

Sergej Lawrow | Bildquelle: REUTERS
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Erhebt schwere Vorwürfe gegen den Westen: Russlands Außenminister Lawrow.

Auch NATO reagierte

Als Reaktion auf den Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien hatten Deutschland, die USA und mehr als 20 weitere Staaten die Ausreise von russischen Diplomaten angeordnet. Auch die NATO entzog sieben russischen Diplomaten die Akkreditierung. Insgesamt sind fast 150 Russen von den Ausweisungen betroffen, darunter 23 in Großbritannien.

Die britische Regierung und ihre westlichen Verbündeten machen Moskau für den Angriff auf Skripal und seine Tochter Julia am 4. März im englischen Salisbury verantwortlich. Beide liegen weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand im Krankenhaus. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

NATO weist russische Diplomaten aus
tagesschau 20:00 Uhr, 27.03.2018, Julia Krittian, ARD Berlin

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"Ergebnis kolossalen Drucks"

Russlands Außenminister Sergej Lawrow machte die Regierung in Washington für die Ausweisung seiner Diplomaten verantwortlich. Die Entscheidungen seien das "Ergebnis kolossalen Drucks, kolossaler Erpressung" seitens der USA, sagte er.

Erpressung Washingtons sei das "Hauptinstrument auf der internationalen Bühne". Selbstverständlich werde Russland auf die Ausweisungen seiner Diplomaten reagieren. Ein solches "launisches Verhalten" könne nicht unbeantwortet bleiben, fügte Lawrow hinzu.

Fall Skripal - Hintergrund zum Gesundheitszustand von Vater und Tochter
Jens-Peter Marquardt, ARD London
28.03.2018 13:08 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesschau am 27. März 2018 um 20:00 Uhr und Deutschlandfunk am 28. März 2018 um 06:00 Uhr.

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