US-Soldaten machen sich in Kundus zum Abflug in einem Hubschrauber vom Typ UH-60 Blackhawk bereit. | Bildquelle: dpa

Mehr Truppen für Afghanistan Nur ausbilden, nicht kämpfen

Stand: 29.06.2017 12:18 Uhr

Angesichts der Rückschläge im Kampf gegen die Taliban wird die NATO Tausende zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Es gehe dabei aber nur um Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte, sagte Generalsekretär Stoltenberg.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Für die militärischen Befehlshaber innerhalb der NATO ist schon länger klar: Afghanistan braucht dringend neue Truppen. Bereits vor Wochen hatten sie Tausende zusätzliche Soldaten angemahnt. Einen Ruf, den das Bündnis nun erhört hat: "Ich kann bestätigen, dass wir unsere Präsenz in Afghanistan erhöhen", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Im selben Atemzug stellte er aber auch klar, dass man keinesfalls zu einem Kampfeinsatz zurückkehren werde.

Derzeit unterstützt das Bündnis die afghanischen Sicherheitskräfte mit einer Trainings- und Ausbildungsmission. Doch seit dem Abzug der westlichen Kampftruppen hat sich die Lage am Hindukusch massiv verschlechtert. Die Taliban eroberten zuletzt mehr und mehr Territorium.

NATO beschließt mehr Soldaten nach Afghanistan zu entsenden
tagesschau 20:00 Uhr, 29.06.2017, Bettina Scharkus, ARD Brüssel

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Keine weiteren Bundeswehrsoldaten

Im Gespräch sind, wie aus Bündniskreisen verlautet, zwei- bis dreitausend zusätzliche NATO-Soldaten. Zahlreiche Alliierte haben versprochen, neue Truppen zu schicken. Für die Bundesregierung hat Kanzlerin Merkel jedoch bereits klargestellt, dass die deutsche Mandats-Obergrenze von 980 Soldaten nicht angehoben werde.

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon erklärte in Brüssel, es sei auch im europäischen Interesse, die Afghanen stärker zu unterstützen: "In Afghanistan operieren grenzüberschreitende Terrorgruppen, die eine Gefahr für uns in Westeuropa sind." Ohne den "Islamischen Staat" konkret zu benennen, der am Hindukusch - Experten zufolge - mit etwa zwei- bis dreitausend Milizionären aktiv ist.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis geht im Nato-Hauptquartier in Brüssel neben Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. | Bildquelle: dpa
galerie

NATO-Generalsekretär Stoltenberg wartet auf eine Entscheidung von US-Verteidigungsminister Mattis über die Truppenaufstockung der USA.

Warten auf die USA

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht noch einen anderen Grund für die Truppenaufstockung: "Es geht darum, die Patt-Situation zu beenden." Fortschritte auf dem Schlachtfeld könnten den Boden für eine politische Lösung bereiten. Bislang jedoch war es mit den Taliban nie zu ernst zu nehmenden Friedensgesprächen gekommen.

Und es ist auch fraglich, ob die nach ihrem Wiedererstarken in absehbarer Zeit dazu bereit sein werden. Experten zufolge hat die Regierung die Kontrolle über weniger als 60 Prozent des Landes. Selbst in der Hauptstadt Kabul hatte die Zahl der schweren Anschläge in jüngster Zeit zugenommen.

Was die Truppenaufstockung angeht, so warten nun alle auf die USA. Solange der mächtigste Bündnispartner nicht entschieden hat, wie er seine Truppen am Hindukusch verstärkt, mag und kann man auch bei der NATO keine Entscheidung über genaue Zahlen treffen. Doch die US-Mühlen mahlen derzeit noch deutlich langsamer als vor der Wahl: Auch fünf Monate nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump sind viele Beamtenstellen - gerade im Außenministerium - unbesetzt. Das Land hat derzeit weder einen neuen NATO- noch einen neuen EU-Botschafter.
Trump gab Berichten zufolge seinem Verteidigungsminister James Mattis freie Hand bei der Ermittlung der nötigen Truppenzahl. Noch aber wartet man nicht nur bei der NATO auf eine Entscheidung.

NATO weitet Afghanistan-Einsatz aus
K. Küstner, ARD Brüssel
29.06.2017 11:29 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2017 um 12:00 Uhr.

Darstellung: