Der Einsatzgruppenversorger "Bonn" läuft in Wilhelmshaven aus dem Marinestützpunkt aus.  | Bildquelle: dpa

Einsatz gegen Schlepper NATO beobachtet in der Ägäis

Stand: 19.02.2016 20:15 Uhr

In kürzester Zeit hat die NATO ihren Einsatz gegen Schlepper in der Ägäis beschlossen - jetzt sind vier Schiffe im Seegebiet zwischen Griechenland und der Türkei eingetroffen. Ihr Auftrag: Schleuserboote aufspüren, Informationen weitergeben. Ziel: Zahl der Flüchtlinge senken.

Von Kai Küstner, ARD-Studio Brüssel

Die EU lässt sich neuerdings von der NATO bei der Sicherung ihrer Außengrenze helfen. Dafür sind derzeit insgesamt vier Schiffe des Militärbündnisses in der Ägäis aktiv, wie ein NATO-Offizieller dem ARD-Hörfunk bestätigte: Der Flottenverband wird angeführt von dem deutschen Versorgungsschiff "Bonn". Außerdem seien dort eine türkische, eine griechische sowie eine kanadische Fregatte im Einsatz.

Zahl der Flüchtlinge reduzieren

Die Schiffe kümmern sich in erster Linie um die Überwachung des Grenzgebiets zwischen der Türkei und Griechenland. Sie sollen Menschenschmuggler aufspüren. Ziel ist es, die gesammelten Informationen an die Küstenwache der beiden Mittelmeer-Nachbarn weiter zu geben. Wie genau der Einsatz in Zukunft ablaufen soll, wird laut NATO in den nächsten Tagen geklärt werden. Dabei geht es auch um die Frage, wie das Bündnis mit der Grenzschutz-Agentur Frontex zusammenarbeiten soll.

Der deutsche Einsatzgruppenversorger "Bonn" | Bildquelle: dpa
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Der Einsatzgruppenversorger "Bonn" patrouilliert jetzt in der Ägäis.

Der NATO-Einsatz soll der EU dabei helfen, die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zu verringern. In Rekordzeit, nämlich innerhalb nur weniger Tage, war die Mission vergangene Woche beschlossen und auf den Weg gebracht worden. Die deutsche Kanzlerin hatte auf dem EU-Gipfel noch einmal betont, wie sehr sie in er Flüchtlingsfrage auf einen Schutz der EU-Außengrenze und auf eine Zusammenarbeit mit der Türkei setzt. Die NATO spielt dabei für Merkel keine geringe Rolle.

NATO-Einsatz in der Ägäis
K. Küstner, NDR Brüssel
19.02.2016 19:39 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 19. Februar 2016 um 23:39 Uhr im Deutschlandfunk.

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