Proteste in Gaza. | Bildquelle: REUTERS

Nach Jerusalem-Entscheidung Aufruhr in Nahost - und Trump mahnt zur Ruhe

Stand: 09.12.2017 09:53 Uhr

Mehrere Tote, Hunderte Verletzte und ganz viel Wut - das ist die bisherige Bilanz der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Trump. Dieser ruft zu "Ruhe und Mäßigung" auf, doch der Nahe Osten brodelt. Die Arabische Liga und auch die Palästinenserführung halten Krisentreffen ab.

Im Nahen Osten sind bei Gewalt in Folge der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das palästinensische Gesundheitsministerium sprach von insgesamt vier Toten und Dutzenden Verletzten bei Unruhen im Gazastreifen, in Ost-Jerusalem und im Westjordanland.

Zwei Hamas-Kämpfer starben durch einen Raketenangriff der israelischen Armee im Gazastreifen. Das Geschoss sei am Morgen in Nusseirat eingeschlagen, berichtete die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert.

Die israelische Armee teilte mit, dass sie als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen mehrere militärische Einrichtungen der Hamas in dem Küstenstreifen aus der Luft attackiert habe. Schon in der Nacht hatten israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gazastreifen angegriffen, nachdem von dort Raketen auf Israel geflogen waren.

Weiter gewaltsame Proteste nach Trumps Jerusalem-Entscheidung
tagesschau 20:00 Uhr, 09.12.2017, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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Proteste nach Freitagsgebeten

Gestern waren Tausende Palästinenser nach den Freitagsgebeten in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen auf die Straßen gegangen. Sie protestierten gegen die Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch die USA. Dabei kam es zu zahlreichen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften. Im Gazastreifen starben zwei Palästinenser, wie die Zeitung "Haaretz" berichtete.

Trump ruft zu Mäßigung auf

Angesichts der Unruhen rief US-Präsident Donald Trump zu "Ruhe und Mäßigung" auf. Das sagte sein Sprecher Raj Shah zu Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine, die Trump zu einer Veranstaltung nach Florida brachte. "Der Präsident hat Ruhe und Mäßigung gefordert, und wir hoffen, dass die Stimmen der Toleranz die des Hasses übertönen", sagte Shah. Er betonte, dass Trump weiterhin eine "dauerhafte Friedensvereinbarung zwischen Israelis und Palästinensern" anstrebe.

Trump hatte am Mittwoch Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und auch die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Das löste in der Region Unruhen und Entsetzen und Sorge weltweit aus.

Proteste in Gaza | Bildquelle: AFP
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Proteste in Gaza

Hamas lobt Unruhen

Israel hatte 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs unter anderem das Westjordanland und den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Das Westjordanland kontrolliert es bis heute, Ost-Jerusalem hat Israel annektiert. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt, was international nicht anerkannt wird. Die Palästinenser sehen dagegen in Ost-Jerusalem inklusive der Altstadt die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates, der das Westjordanland und den Gazastreifen umfasst.

Die radikalislamische Hamas hatte nach Trumps Entscheidung zu einer neuen Intifada aufgerufen und lobte die Protestwelle in den Palästinensergebieten. "Wir arbeiten in alle Richtungen und auf allen Ebenen, um die Entscheidung von Trump zu Fall zu bringen, Jerusalem zu befreien und das palästinensische Volk zurückzubringen", sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Die palästinensische Einheit offenbare sich "in der Arena der Intifada".

Heute will sich die palästinensische Führung in Ramallah zu Krisenberatungen treffen, nachdem Präsident Mahmud Abbas aus Jordanien zurückgekehrt ist. Ein Treffen mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence lehnte Abbas als Konsequenz auf die US-Entscheidung ab. Die USA hätten mit der einseitigen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels "alle roten Linien überschritten", sagte Abbas' diplomatischer Berater Madschdi al-Chalidi.

Auch die Arabische Liga befasst sich in einer Dringlichkeitssitzung mit der umstrittenen Entscheidung des US-Präsidenten. Es wird erwartet, dass die Staatengemeinschaft bei ihrem Treffen in Kairo scharfe Kritik an der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels übt. Ähnlich wie zuvor auch schon der UN-Sicherheitsrat.

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Demonstrationen gegen Trump-Entscheidung nach den Freitagsgebeten

Anti-Trump-Demonstration nach Freitagsgebet in Nablus

Tag der Wut nach den Freitagsgebeten in der muslimischen Welt: Hier schreit ein Demonstrant in Nablus im Westjordanland seinen Ärger über die US-Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt hinaus. | Bildquelle: REUTERS

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Dezember 2017 um 04:55 Uhr.

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