Greg Gianforte | Bildquelle: REUTERS

Nachwahl im US-Staat Montana Republikaner gewinnt - trotz der Prügelei

Stand: 26.05.2017 09:53 Uhr

Es war die erste Wahl in den USA seit Trumps Amtsantritt: Die Nachwahl im Staat Montana. Mit besonderer Spannung verfolgt wurde sie aber auch, weil der Kandidat der Trump-Partei kurz vor der Abstimmung einen Reporter verprügelt hatte. Gewonnen hat er trotzdem.

Ungeachtet eines tätlichen Angriffs auf einen Reporter hat der Republikaner Greg Gianforte die Nachwahl um ein Abgeordnetenmandat im US-Staat Montana gewonnen. Gianforte setzte sich gegen seinen demokratischen Konkurrenten Rob Quist durch und ersetzt nun Ryan Zinke, der von US-Präsident Donald Trump für das Amt des Innenministers ausgewählt wurde.

Gianforte wird beschuldigt, den Journalisten Ben Jacobs von der britischen Zeitung "The Guardian" am Hals gepackt und zu Boden geworfen zu haben. Augenzeugen sagten, danach habe er angefangen, auf den Journalisten einzuschlagen. Für den Vorfall muss sich der Politiker nun vor Gericht verantworten. Wegen Körperverletzung drohen Gianforte nun im Falle einer Verurteilung ein Bußgeld von 500 Dollar oder bis zu sechs Monate Haft.

Zwei Frauen halten Plakate, in denen sie vor der Wahl Gianfortes warnen | Bildquelle: AFP
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Der Republikaner Greg Gianforte polarisiert - nicht nur wegen des Umgangs mit Reportern.

"Nicht stolz auf das, was ich getan habe"

Gianforte hatte die Vorwürfe zunächst teils zurückgewiesen: Laut seiner Darstellung sollte die Aggression von dem Reporter Jacobs ausgegangen sein. Mehrere Augenzeugen widersprachen dem allerdings.

Nach seinem Wahlsieg gestand der Republikaner das Fehlverhalten ein und entschuldigte sich bei Jacobs. Er sei nicht stolz auf das, was er getan habe, sagte Gianforte in seiner Siegesrede vor Anhängern in der Stadt Bozeman. "Ich hätte den Reporter nicht derart behandeln dürfen. Das bedauere ich."

Erste Abstimmung seit Trumps Wahl

Die Wahl in Montana wurde auch landesweit beobachtet, weil es die erste Abstimmung seit Trumps Wahl zum Präsidenten war. Viele Wähler hatten ihre Stimmen allerdings schon vor dem Angriff auf den Journalisten abgegeben, so dass der Zwischenfall möglicherweise nur geringe Auswirkungen auf das Ergebnis hatte. Allerdings fiel der Sieg Gianfortes vergleichsweise knapp aus. Montana ist traditionell eine Hochburg der Republikaner.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Mai 2017 um 11:04 Uhr.

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