Militante Rohingya Viele Tote bei Angriffen in Myanmar

Stand: 25.08.2017 14:47 Uhr

In Myanmar eskaliert der jahrelange Konflikt zwischen ethnischen Gruppen weiter: Nach Regierungsangaben griffen Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya in der Nacht mehrere Polizeiwachen im Westen des Landes an. Zahlreiche Menschen wurden getötet.

Bei koordinierten Angriffen auf mehrere Polizeiwachen und eine Kaserne im südostasiatischen Staat Myanmar sind nach offiziellen Angaben mindestens 71 Menschen getötet worden. Demnach attackierten zahlreiche Militante in der Nacht die Polizeiwachen in der umkämpften Region Rakhine im Westen des Landes. Unter den Getöteten seien 59 Angreifer und zwölf Sicherheitskräfte. Die Armee machte Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit dafür verantwortlich. Deren Untergrundgruppe Arsa bekannte sich zu den Taten und drohte mit weiteren Aktionen.

Nach Angaben der Polizei begannen die Kämpfe wenige Stunden nachdem die vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan geleitete Rakhine-Kommission ihre Empfehlungen für den von Unruhen erschütterten nördlichen Staat Myanmars vorgelegt hatte.

Nach Ansicht der Annan-Kommission sind schnelle Maßnahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung und sozialen Gerechtigkeit notwendig, um die Gewalt zwischen der buddhistischen Mehrheit und der muslimischen Minderheit der Rohingya in der Region Rakhine zu überwinden.

Jahrelanger Konflikt

In Rakhine ist im Oktober vergangenen Jahres der seit fast 70 Jahren andauernde Konflikt zwischen bewaffneten ethnischen Gruppen und der Regierung erneut eskaliert. Grund war eine Meldung der Behörden, nach der die Muslime bei einer Attacke neun Polizisten getötet hätten. Die Armee riegelte daraufhin die Region an der Grenze zu Bangladesch ab - nach Zahlen vom April sollen mindestens 70.000 Rohingya seitdem dorthin geflohen sein.

In Rakhine leben noch immer mehr als eine Million Rohingya, sie werden vom Staat nicht als Bürger anerkannt, sondern als illegale Einwanderer aus Bangladesch betrachtet. Die Vereinten Nationen vermuten nach Schilderungen aus der abgeriegelten Region Menschenrechtsverletzungen wie Massenvergewaltigungen und Tötungen.

Über dieses Thema berichtete am 25. August 2017 Inforadio um 12:13 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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