Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch | Bildquelle: AP

Bericht über Myanmar Militär macht Dörfer dem Erdboden gleich

Stand: 23.02.2018 11:44 Uhr

700.000 muslimische Rohingya warten auf die Rückkehr nach Myanmar. Doch das Militär macht laut Human Rights Watch viele ihrer Heimatdörfer dem Erdboden gleich. Das sollen Satellitenaufnahmen belegen.

In Myanmar hat das Militär laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mehrere Dutzend muslimische Dörfer dem Erdboden gleich gemacht, aus denen die Bewohner im vergangenen Jahr geflüchtet waren oder vertrieben wurden. Die Organisation belegt das mit Bildern, die von Satelliten aus dem Weltraum aufgenommen wurden.

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Rohingya-Dörfer in Myanmar vor und nach der Zerstörung (20.12.2017 und 13.02.2018/Quelle: DigitalGlobe)

Satellitenbilder von zerstörten Rohingya-Dorf in Myanmar
Satellitenbilder von zerstörten Rohingya-Dorf in Myanmar

Das Dorf Thit Tone Nar Gwa Sonam 20.12.2017 und nach der Zerstörung durch Myanmars Militär am 13.02.2018 (Bildquelle: AP/Digitalglobe)

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Mindestens 55 Dörfer zerstört

Laut HRW wurden seit Ende vergangenen Jahres im Bundesstaat Rakhine mindestens 55 Dörfer von Angehörigen der muslimischen Minderheit der Rohingya zerstört. Viele der Dörfer, die das Militär verwüstet habe, seien Schauplätze von Gräueltaten gewesen und hätten von UN-Fachleuten nach Beweisen untersucht werden sollen, kritisierte der Asiendirektor von HRW, Brad Adams:

"Wer diese Gebiete dem Erdboden gleichmacht, löscht nicht nur die Erinnerung aus, sondern auch den berechtigten Anspruch jener Rohingya, die dort gelebt haben."

Die Vereinten Nationen bezeichnen das Vorgehen des Militärs, das in Myanmar zusammen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Regierung ist, als "ethnische Säuberung".

Regierungsvertreter in Myanmar hingegen hatten zwischenzeitlich behauptet, das Planieren von Ortschaften sei Teil eines Plans, diese mit einem höheren Standard wieder aufzubauen.  

700.000 Rohingya geflohen

Aus Angst vor Verfolgung sind annähernd 700.000 Rohingya aus dem mehrheitlich buddhistischen Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Beide Länder hatten sich Mitte Januar darauf verständigt, die Flüchtlinge innerhalb der nächsten zwei Jahre zurückzuführen. Die Regierung Myanmars hatte zuletzt erklärt, Gebiete für die Rückkehr von Flüchtlingen vorzubereiten. In Myanmar wurden Flüchtlingslager eingerichtet. Die Menschen sollten aber in ihre Heimatorte zurückkehren, erklärte die Regierung.

Die Rohingya werden in Myanmar seit langem diskriminiert und verfolgt. Ihnen werden Bürgerrechte und die Staatsbürgerschaft vorenthalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2018 um 05:00 Uhr.

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