US-Sonderermittler Robert Mueller verlässt ein Gebäude | Bildquelle: AFP

US-Sonderermittler Mueller wehrt sich gegen Trumps Vorwürfe

Stand: 17.12.2017 19:13 Uhr

Sonderermittler Mueller sei voreingenommen und habe sich illegal E-Mails verschafft, behauptet Trump. Mueller weist das zurück. Einer seiner Mitarbeiter musste gehen. Er hatte US-Präsident Trump einen "völligen Idioten" genannt.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Die Vorwürfe zielen auf die Glaubwürdigkeit von Sonderermittler Robert Mueller. Das Team des Ermittlers habe sich illegal E-Mails beschafft. FBI-Mitarbeiter seien voreingenommen. Anwälte hätten für Hillary Clinton gespendet.

Doch der Redakteur des konservativen "National Review", Rich Lowry, warnt im Fernsehsender "Fox News", es wäre ein Fehler, den Sonderermittler zu feuern: "Sollte Donald Trump daraus ableiten, Mueller feuern zu können, wäre das ein katastrophaler Fehler." 

Mueller hat die Aufgabe zu klären, ob es Absprachen gab zwischen dem Wahlkampfteam von Trump und der russischen Regierung. Und: ob Trump und seine Mitarbeiter die Justiz in ihrer Arbeit behindert haben.

Mueller hat Tausende Mails erhalten

Dazu haben Muellers Ermittler offenbar Tausende E-Mails erhalten. E-Mails aus den 73 Tagen zwischen Trumps Wahlsieg und dessen Amtseinführung, der sogenannten Phase des Übergangs. Gesichert hatte die Mails die zuständige IT-Abteilung der US-Bundesregierung. Die Übergabe an Mueller sei illegal, klagen Trumps Anwälte. 

Ein Teil der Mails stammt wohl vom Schwiegersohn des US-Präsidenten und Berater Jared Kushner. Kushners Anwalt sucht laut "Washington Post" derzeit nach einem Sprecher für Krisenkommunikation. Denn sein Mandant steht offenbar im Zentrum der weiteren Ermittlungen. Ein Verdacht: Kushner könnte den Auftrag gegeben haben, Verbindungen zur russischen Seite herzustellen.

"Im Rahmen eines angemessenen Strafprozesses"

Das Team von Sonderermittler Mueller reagierte auf den Vorwurf, illegal gehandelt zu haben, ohne auf Details einzugehen. Ein Sprecher erklärte, wenn das Team im Zuge der Ermittlungen in den Besitz von E-Mails gelange, erfolge das im Rahmen eines angemessenen Strafprozesses. Zuvor hatte der frühere Generalbundesanwalt Renato Mariotti bereits getwittert, dass es ein normales Vorgehen sei, Dokumente von Dritten zu bekommen.

Auf den zweiten Vorwurf, Mitarbeiter im Team des Sonderermittlers seien voreingenommen, hatte der stellvertretende Leiter des US-Justizministeriums, Rod Rosenstein, bei einer Anhörung im Kongress reagiert. Er sagte: "Wir wissen, dass unsere Angestellten eine politische Meinung haben. Es ist unsere Aufgabe, dass deren Meinungen ihre Arbeit nicht beeinflussen."

FBI-Mitarbeiter nannte Trump "Idioten"

Der FBI-Mitarbeiter für Geheimdienstabwehr hatte Trump in Textnachrichten als "völligen Idioten" und "abscheulichen Menschen" bezeichnet. Der Mann ist nicht mehr Mitglied des Teams von Sonderermittler Mueller. Aber die Zeilen wurden vergangene Woche bekannt und heizen die Debatte um die Ermittlungen weiter an. 

Sonderermittler Mueller weist Vorwurf zurück
Torsten Teichmann, ARD Washington
17.12.2017 18:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Dezember 2017 um 18:00 Uhr.

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