Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)  trifft Salim Al-Jabouri, Parlamentspräsident der Republik Irak  | Bildquelle: dpa

Irak-Flüchtlinge Nicht als "Loser" zurückkehren

Stand: 22.04.2018 17:28 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" konnte im Irak verdrängt werden. Nun geht es um den Wiederaufbau und die Flüchtlinge. Die Bundesregierung will die Menschen zur Rückkehr in ihre Heimat bewegen.

Mit Jobs und Ausbildungsplätzen vor Ort will die Bundesregierung Tausende irakische Flüchtlinge aus Deutschland in ihre Heimat zurücklocken. Entwicklungsminister Gerd Müller vereinbarte in Bagdad mit der irakischen Regierung eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Rückkehr von Flüchtlingen.

Ausbildungsplätze und Jobs im eigenen Land

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU)  im Irak | Bildquelle: dpa
galerie

Entwicklungsminister Müller will mit Jobs und Ausbildungsplätzen irakische Flüchtlinge in ihre Heimat zurücklocken.

Mit den irakischen Behörden und der Wirtschaft sollen Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote vor Ort geschaffen werden. Bis zu 10.000 Iraker sollen dabei unterstützt werden, wieder in ihrer Heimat Fuß zu fassen. Man wolle den Irakern ein Angebot machen, freiwillig zurückzukehren und nicht als "Loser", betonte Müller.

In der kurdischen Provinzhauptstadt Erbil eröffnete Müller das erste deutsche Rückkehrerzentrum im Nahen Osten. Die Mitarbeiter sollen Ausbildungsplätze und Jobs vermitteln. Solche Zentren gibt es im Rahmen des Projekts "Perspektive Heimat" bereits in Albanien, im Kosovo, in Serbien, Tunesien, Marokko, Ghana und im Senegal. Auch in Afghanistan und Nigeria sind solche Einrichtungen in Planung.

Von den 240.000 Irakern in Deutschland sind nach Angaben des Entwicklungsministeriums knapp 12.000 ausreisepflichtig.

Weite Teile des Iraks zerstört

Nach dem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" sind weite Teile des Iraks zerstört. Das Land steht vor dem Wiederaufbau. Deutschland hat dem Irak für dieses Jahr 350 Millionen Euro Hilfe zugesagt. Das Geld soll überwiegend an Projekte zur Nothilfe und zum Wiederaufbau der Infrastruktur fließen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. April 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: