Zivilisten fliehen vor schweren Kämpfen in West-Mossul. | Bildquelle: dpa

UN-Angaben IS ermordet Hunderte bei Flucht aus Mossul

Stand: 06.06.2017 12:41 Uhr

Die Lage in der umkämpften irakischen IS-Hochburg Mossul wird immer dramatischer. Tausende Zivilisten versuchen, aus der Stadt zu fliehen - doch der IS will sie mit allen Mitteln aufhalten. Hunderte wurden nach UN-Angaben getötet.

Bei ihrer Flucht aus der umkämpften Stadt Mossul im Irak sind nach Angaben der Vereinten Nationen Anfang Juni mindestens 163 Zivilisten von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) ermordet worden. Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern hätten am Montag immer noch in den Straßen des Viertels Al-Schira im Westen von Mossul gelegen, sagte UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad Al Hussein in Genf. Die Zahl der Opfer könne auch noch größer sein, da Menschen aus dieser Gegend Mossuls als vermisst gelten würden, sagte er. Die IS-Miliz habe versucht, die Zivilisten an der Flucht aus ihrer Hochburg im Irak zu hindern.

Kämpfe in engen Gassen

In Mossul hatte es zuvor schwere Gefechte zwischen dem IS und der irakischen Armee gegeben, die mit einer Offensive versucht, die Dschihadisten aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe gestalteten sich aber schwierig, weil die Straßen zwischen den Gebäuden sehr eng seien, hieß es am Montag aus irakischen Sicherheitskreisen. Der IS benutze zudem Zivilisten als menschliche Schutzschilde.

Zivilisten fliehen vor schweren Kämpfen zwischen IS und Armee in Mossul. | Bildquelle: dpa
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Verzweifelt fliehen Zivilisten aus Mossul.

750.000 Menschen auf der Flucht

Seit Beginn der Kämpfe im Oktober sind bereits 750.000 Menschen aus Mossul geflohen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) rechnet damit, dass weitere Zehntausende Menschen aus dem Westteil der Stadt flüchten werden. Dort befindet sich unter anderem die Altstadt der irakischen Metropole, in der sich die Dschihadisten verschanzt haben. Nach UN-Schätzungen sind in dem eng bebauten Gebiet noch rund 400.000 Zivilisten eingeschlossen. Mossul ist die letzte verbliebene Hochburg der IS-Terrormiliz im Irak.

Die Dschihadisten hatten die nordirakische Millionenstadt im Sommer 2014 eingenommen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach jahrelanger Vorbereitung starteten die irakischen Soldaten zusammen mit schiitischen Milizen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern sowie mit Unterstützung der amerikanischen Luftwaffe im Oktober 2016 eine Offensive zur Rückeroberung von Mossul.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Juni 2017 u.a. um 12:00 und 14:00 Uhr.

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