Irakische Soldaten in Gogjali | Bildquelle: picture alliance / dpa

Heftige Gefechte um Mossul 26 Tote nach Anschlag auf Flüchtlingskonvoi

Stand: 05.11.2016 16:42 Uhr

Bei einem Anschlag auf einen Flüchtlingskonvoi im Irak sind mindestens 26 Menschen getötet worden. Die Opfer kamen aus einem Ort südlich der umkämpften IS-Hochburg Mossul. Dort gehen die Gefechte weiter, nachdem die irakische Armee weitere Stadtteile eingenommen hatte.

Im Nordirak sind bei einem Anschlag auf einen Konvoi mit Flüchtlingen nach Polizeiangaben mindestens 26 Menschen getötet worden. Eine Bombe am Straßenrand sei explodiert, als die Fahrzeuge mit Menschen aus der von der Terrormiliz "Islamischer Staat" kontrollierten Stadt Hawidscha vorbeifuhren, berichtete ein örtlicher Polizeisprecher.

Unter den Opfern seien vor allem Zivilisten, darunter viele Kinder und Frauen. Die Vorfall ereignete sich gestern südöstlich der IS-Hochburg Mossul, auf die irakische Truppen zusammen mit ihren Verbündeten seit Mitte Oktober in einer Großoffensive aus mehreren Richtungen vorrücken.

Rund 22.000 Menschen sind nach UN-Angaben bislang durch den Kampf um Mossul aus ihren Heimatorten vertrieben worden. Etwa die Hälfte von ihnen sei in Lagern untergekommen, der Rest in Gastgemeinden, so die UN. Das Kinderhilfswerk UNICEF erklärte, dass unter den Vertriebenen schätzungsweise 9700 Kinder seien. Diese benötigten dringend Hilfe. In Mossul halten sich noch rund eine Million Zivilisten auf.

Irakische Armee nimmt Stadt südlich von Mossul ein

Nach dem Vorstoß in die Ostteile Mossuls machen die irakischen Streitkräfte auch an der Front im Süden Fortschritte. Die Truppen hätten die Stadt Hammam al-Alil etwa 15 Kilometer südlich von Mossul eingenommen, berichtet der Chef der irakischen Bundespolizei, Raed Chaker. Hammam al-Alil sei komplett unter Kontrolle gebracht und die irakische Flagge auf dem Regierungsgebäuden der Stadt gehisst worden.

Die irakischen Spezialkräfte hatten gestern die IS-Miliz aus Vierteln im Osten Mossuls vertrieben. Dem waren die heftigsten Straßenkämpfe gegen IS-Extremisten seit Beginn der Rückeroberungsoffensive vor knapp drei Wochen vorangegangen. Mehr als 3000 irakische Soldaten waren an dem Angriff beteiligt gewesen. Die US-geführte Koalition hatte sie auch der Luft unterstützt.

Am Morgen konnten die irakischen Spezialkräfte Gebäude in den eroberten Vierteln räumen. Die Kämpfe zwischen IS-Kämpfern und der irakischen Armee gingen derweil weiter: Beide Seiten feuerten mit Mörsern und automatischen Waffen auf die Stellungen der jeweils anderen. Die irakischen Soldaten setzten auch Artillerie ein. Besonders heftig waren die Gefechte im Stadtteil Al-Bakr.

Flüchtlingsmädchen aus Mossul in einem syrischen UNHCR-Lager | Bildquelle: AFP
galerie

Mädchen aus Mossul in einem UNHCR-Lager

Die letzte Hochburg des IS

Regierungstruppen und kurdische sowie schiitische Milizen rücken seit Mitte Oktober aus mehreren Richtungen auf Mossul vor, um die letzte große Hochburg des IS im Irak zu erobern. Während seiner Offensive auf Mossul wird das irakische Militär auch durch Luftangriffe der US-geführten Koalition unterstützt. Am Dienstag hatten irakische Soldaten erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder Gelände innerhalb der Stadtgrenzen betreten können. Der IS hatte die Stadt im Juni 2014 überrannt und hält sie seitdem unter seiner Kontrolle.

Darstellung: