ein montenigrinischer Hubschrauber | Bildquelle: AP

29. Mitglied Montenegro ist in die NATO eingetreten

Stand: 05.06.2017 18:54 Uhr

In einer offiziellen Zeremonie in Washington ist Montenegro der NATO beigetreten. Russland hatte die Entscheidung zum Beitritt heftig kritisiert, auch die Bevölkerung des Landes ist in der Frage gespalten.

Der kleine Balkanstaat Montenegro ist offiziell als 29. Mitglied in die NATO aufgenommen worden. Bei einer Zeremonie in Washington hinterlegte der Außenminister des Landes, Srdjan Darmanovic, die Beitrittsdokumente. Die US-Regierung ist nach dem Nordatlantikvertrag für die Aufbewahrung zuständig. Die NATO wächst damit erstmals seit acht Jahren wieder.

Russland versuchte Beitritt zu verhindern

Das Verteidigungsbündnis hatte die Aufnahme des südosteuropäischen Landes im Mai 2016 formal beschlossen, was in Russland auf heftigen Protest stieß. Moskau sieht in der Erweiterung der NATO eine Gefahr für die eigene Sicherheit und hat lange Zeit versucht, den NATO-Beitritt Montenegros zu verhindern.

Die Entfernung zwischen den Außengrenzen Russlands und Montenegros beträgt knapp 1400 Kilometer. Montenegros Armee umfasst gerade einmal etwa 2000 Soldaten. Allerdings sind die Adriahäfen des Landes militärisch von Bedeutung. Die Österreicher hatten in der Bucht von Kotor im 19. Jahrhundert einen k.u.k-Kriegshafen gebaut, später nutzte und erweiterte das Militär Jugoslawiens die Anlagen.

Bevölkerung zum Teil gegen Beitritt

Das montenegrinische Parlament hatte den Beitritt Ende April gebilligt. Regierungschef Dusko Markovic sprach damals von einer "historischen Entscheidung". Montenegro, das nur 620.000 Einwohner besitzt, verhandelt zudem mit Brüssel über einen EU-Beitritt.

Im Land ist die NATO-Mitgliedschaft jedoch keineswegs unumstritten. Die Regierung in Podgorica ist pro-westlich, doch nach Schätzungen sind etwa die Hälfte der Bevölkerung russophile Serben. Die Regierung ließ kein Referendum organisieren - der Beitritt wurde vom Parlament beschlossen, wo die Regierungspartei eine Mehrheit besitzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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