Emmerson Mnangagwa legt in Harare den Amtseid ab. | Bildquelle: AFP

Machtwechsel in Simbabwe Mnangagwa als Präsident vereidigt

Stand: 24.11.2017 12:06 Uhr

Drei Tage nach dem Rücktritt von Simbabwes Langzeitpräsident Mugabe hat dessen Nachfolger Mnangagwa offiziell die Amtsgeschäfte übernommen. Der frühere Vizepräsident legte vor Zehntausenden jubelnden Anhängern im Sportstadion der Hauptstadt Harare seinen Amtseid ab.

Das südafrikanische Land Simbabwe hat den ersten Machtwechsel seit der Unabhängigkeit 1980 vollzogen. Emmerson Mnangagwa, langjähriger Vize unter Ex-Machthaber Robert Mugabe, legte im Stadion von Harare unter dem Jubel Zehntausender Simbawer den Amtseid als neuer Präsident ab.

Tausende tanzen im Stadion

In einer großen Prozession zog Mnangagwa am Morgen in das Nationalstadion von Harare ein. Er reckte die Faust in die Höhe, worauf die Menge zu tanzen und zu singen begann. In dem Stadion hatten sich seit dem Morgen bereits Tausende Menschen versammelt. Banner im Stadion gaben die offiziell gewünschte Richtung vor: "Morgenröte einer neuen Ära" und "Nein zu Vergeltung". Der 93-jährige Mugabe nahm nicht an der Zeremonie teil, weil er sich "ausruhen" müsse, wie Staatsmedien berichten.

Mnangagwa versprach den Simbabwern, sich für Aufschwung und demokratische Reformen einzusetzen: "Wir wollen unsere Wirtschaft stärken! Wir wollen Frieden! Und wir wollen Jobs, Jobs, Jobs!" Zudem machte er deutlich, dass Simbabwe dafür auf Unterstützung von außen angewiesen ist - und die Isolation des Landes ein Ende haben müsse. Er soll das Land bis zu den für nächstes Jahr geplanten Wahlen führen. Ein konkreter Wahltermin für 2018 steht jedoch noch nicht fest. Südafrikas Präsident Jacob Zuma gratulierte Mnangagwa zu seiner Amtseinführung.

Zusagen an Mugabe

Der neue Präsident sicherte seinem Vorgänger Sicherheit vor Verfolgung zu. Mnangagwa habe am Donnerstag mit Mugabe gesprochen und ihm und seiner Familie "vollständige Sicherheit und Wohlergehen" garantiert, berichtete die Staatszeitung "The Herald".

Teil des Regimes

Mnangagwa gehört seit Jahrzehnten zur politischen Elite des Landes im südlichen Afrika. Er hatte in den 1970er-Jahren für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft, war zeitweise Geheimdienst-Chef des Landes und wird für brutale Unterdrückungsmethoden verantwortlich gemacht. Zudem war er unter anderem Finanz- und Verteidigungsminister und seit 2014 Vizepräsident unter Mugabe. Seine überraschende Entlassung Anfang November hatte den heftigen Machtkampf ausgelöst, der zur Ablösung Mugabes führte. Bürgerrechtsgruppen warnten jedoch, unter Mnangagwa werde sich nichts ändern, man brauche vielmehr ein völlig neues System.

Mugabe hatte Simbabwe 37 Jahre mit harter Hand und zunehmend autokratisch regiert. Am Dienstag war er unter massivem Druck zurückgetreten und kam damit einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvor. Die Armee hatte Mugabe zuvor entmachtet und unter Hausarrest gestellt, nachdem er offenbar geplant hatte, seine Frau Grace zu seiner designierten Nachfolgerin zu machen.

Mit Informationen von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

Vereidigung von Mnangagwa in Simbabwe
24.11.2017

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Simbabwes neuer Präsident Emmerson Mnangagwa vereidigt
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
24.11.2017 12:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. November 2017 um 11:00 Uhr.

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