Militärparade in Peking | Bildquelle: dpa

Militärparade in Peking Kriegsgedenken mit Waffenschau

Stand: 03.09.2015 08:47 Uhr

China erinnert an das Endes des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren - mit einer gigantischen Waffenschau. Tausende Soldaten und moderne Waffensysteme auf den Straßen sollen Stärke dokumentieren. Zuvor hatte Staatschef Xi den Abbau von Truppen angekündigt.

Panzer, Langstreckenraketen neuester Bauart und Tausende Soldaten - ausgerechnet vor dem "Platz des Himmlischen Friedens". Das Signal, das anlässlich der Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges von China ausgeht, ist eindeutig: Peking demonstriert Stärke und zeigt, was das Waffenarsenal hergibt. Helikopter am Himmel formierten die Zahl 70. Die Parade ist Teil des Gedenkens, mit dem sich die kommunistische Führung in Peking als treibende Kraft hinter dem Sieg über Japan und als Retter der Nation stilisiert.

Hintergrund: Chinas Volksbefreiungsarmee

Mit knapp 2,3 Millionen aktiven Soldaten verfügt Chinas Volksbefreiungsarmee über die personell größte Streitmacht der Welt. In den vergangenen Jahren hat China massiv in die Modernisierung seiner Truppen investiert. Zwischen 2004 und 2013 stiegen die Aufwendungen nach Schätzungen um 170 Prozent. Im Haushalt für dieses Jahr wuchsen Chinas Militärausgaben erneut kräftig um 10,1 Prozent auf umgerechnet 124 Milliarden Euro. Damit hat das Land das zweithöchste Militärbudget weltweit, weit abgeschlagen hinter den USA.

China verfügt über mehr als 60 U-Boote. 2012 stellte die Volksbefreiungsarmee ihren ersten Flugzeugträger in Dienst. Laut US-Quellen verfügt China über mehr als 1000 Kurzstreckenraketen, eine wachsende Zahl von Mittelstreckenraketen und interkontinentale Raketen. Diese sind in der Lage, mit Atomwaffen bestückt auch die USA zu erreichen. Die Volksbefreiungsarmee verfügt auch über die größte Luftwaffe Asiens.

Quelle: dpa

Das ist die eine Seite der Gedenkfeierlichkeiten. Die andere soll das Bild Pekings als treibende Kraft des Friedens vermitteln. Vor der kraftstrotzenden Militärparade kündigte Staatschef Xi Jinping an, die Truppenstärke der Armee um 300.000 Soldaten zu verringern. China werde nie eine Vorherrschaft anstreben, versicherte er. "China wird niemals versuchen, sich auszudehnen, und wird anderen niemals die Tragödien zufügen, die es selbst erlitten hat."Als Zeichen des Friedens wurden während der Parade Tausende Tauben freigelassen.

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Panzer, Langstreckenraketen neuester Bauart...

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.... und Tausende Soldaten bei der Militärparade in Peking.

Die Militärparade in Peking verfolgte auch Russlands Präsident Wladimir Putin. Die meisten westlichen Länder verzichteten dagegen darauf, hochrangige Vertreter zu den Feierlichkeiten zu schicken. Die USA schickten lediglich ihren Botschafter. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, die Vereinigten Staaten seien weiterhin der Ansicht, dass Gedenkfeiern von Versöhnung handeln sollten und dass eine "große militärische Darstellung nicht als vereinbar mit diesem Thema erscheint".

China demonstriert militärische Macht
tagesthemen 22:30 Uhr, 03.09.2015, Mario Schmidt, ARD Peking

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