Wrackteil am Strand von La Reunion | Bildquelle: dpa

Ermittler: Trümmerteil stammt von Flug MH370 Die Seriennummer bringt Gewissheit

Stand: 03.03.2016 09:41 Uhr

Das auf der Insel La Réunion angespülte Flugzeugteil stammt von Flug MH370. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Paris. Den Beweis erbrachte eine Seriennummer in der Flügelklappe.

Die Ermittler sind sich sicher: Die auf der französischen Insel La Réunion gefundene Flügelklappe stammt vom vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Das bestätigte sie Staatsanwaltschaft in Paris. Den Beweis erbrachte eine Seriennummer in der Flügelklappe.

Das Wrackteil war bereits Ende Juli auf der Insel La Réunion östlich von Madagaskar entdeckt worden. Im August hatten die malaysischen Behörden erklärt, dass das Wrackteil von Flug MH370 stamme, der vor etwa 18 Monaten mit fast 240 Menschen an Bord verschwunden war. Da hatte in einem Speziallabor in Südfrankreich allerdings gerade erst die Untersuchung des Wrackteils begonnen.

Mit Hilfe eines Endoskops im Inneren der Flügelklappe wurden schließlich drei Nummern entdeckt. Die Spur führte zum Flugzeugbauer Airbus Defense and Space im spanischen Sevilla, der als Zulieferer auch Teile für Boeing baut. Eine der drei gefundenen Nummern konnte dort als Seriennummer des Flügelteils der Boeing 777 der Malaysia-Airlines identifiziert werden. "Es kann deswegen heute mit Sicherheit gesagt werden, dass die am 29. Juli 2015 auf La Réunion gefundene Flügelklappe der von Flug MH370 entspricht", erklärte die Pariser Staatsanwaltschaft.

Weitere Trümmerteile wurden bislang nicht gefunden

Nach dem Fund der Flügelklappe war intensiv nach weiteren Trümmerteilen gesucht worden. Französisches Militär und Polizei suchten mit Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen ein 10.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Indischen Ozean ab. Zudem wurde der Küstenabschnitt mehrfach durchforstet.

Tatsächlich interessante Funde gab es aber nicht. Auch zwischenzeitlich auf den Malediven angeschwemmte Trümmer stammten nach einer malaysischen Analyse nicht vom verschwundenen Flug MH370.

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt, weil an Bord der Malaysia-Airlines-Maschine auch Franzosen mitflogen. Die Anwältin eines Franzosen, der bei der Katastrophe seine Frau und zwei seiner Kinder verlor, begrüßte den nun erbrachten Beweis: "Damit schließt sich ein Kapitel".

Die Malaysia-Airlines-Maschine war am 8. März 2014 auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Insassen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Abgesehen von dem Wrackteil fehlt jede Spur von der Maschine.

MH370 - Wrackteil zweifelsfrei der Boeing 777 zugeordnet
B. Kostolnik, ARD Paris
04.09.2015 11:29 Uhr

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