Wandbild in Kuala Lumpur zum MH370-Verschwinden

MH370-Ermittlungen werden abgebrochen Das Ende einer erfolglosen Suche

Stand: 22.07.2016 13:49 Uhr

Die Suche nach dem seit mehr als zwei Jahren verschollenen Flug MH370 nähert sich ihrem Ende. Sollte das Wrack der Boeing 777 in den kommenden zwei Wochen nicht gefunden werde, stelle man die Suche ein, teilten die Behörden mit. Die Angehörigen der 239 Insassen protestierten.

Seit fast zwei Jahren suchen Experten nach dem Wrack von MH370. Bisher ohne Erfolg. Sollte sich das in den kommenden zwei Wochen nicht ändern, sollen die Sucharbeiten eingestellt werden. "Trotz der größten Anstrengungen aller Beteiligten sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Flugzeug zu finden", hielten Minister der beteiligten Länder Malaysia, China und Australien in Kuala Lumpur fest. Sollte es neue glaubhafte Erkenntnisse über einen möglichen Fundort der Maschine geben, werde über die nächsten Schritte erneut nachgedacht, teilten die Minister mit.

Angehörige empört

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord war im März 2014 vom Radar verschwunden. Die Maschine war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking.

Die Angehörigen der Opfer äußerten sich empört über die Entscheidung, die Sucharbeiten bald einstellen zu wollen: "Sie hatten uns versprochen, dass die Suche nicht endet, nicht ausgesetzt wird - und dass sie nicht aufgeben werden", sagte Cui Limang, die Mutter eines Passagiers. "Sie haben keine Ahnung, wann es weitergehen soll. Was soll das?", beklagte sich Ning Jing, dessen Frau an Bord war. Die Angehörigen starteten eine Petition, um Spendengelder für eine weitere Suche einzutreiben.

Bis heute ist völlig unklar, was sich damals an Bord abgespielt hat. Eine Stunden nach dem Start war das Flugzeug vom Kurs abgewichen. Ob jemand ins Cockpit eindrang, ein Pilot die Maschine umlenkte oder eine technische Katastrophe die Piloten außer Gefecht setzte - niemand weiß es. Darüber könnten nur das Wrack oder die Flugschreiber Auskunft geben.

Wrackteil am Strand von La Reunion
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Wrackteil, das an den Strand von La Reunion angeschwemmt wurde. Vermutlich gehört das Teil zu MH370.

Das unbemannte U-Boot "Bluefin 21" sucht den Meeresgrund nach der verschollenen Boeing ab.
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Die Suche nach dem Wrack blieb jedoch seit Monaten ohne Durchbruch. Deshalb soll sie nun eingestellt werden.

Teure Suche

Letzte Ermittlungen hatten den Absturzort im Indischen Ozean westlich von Australien vermutet. Dort suchen seit fast zwei Jahren Spezialschiffe den zerklüfteten Meeresboden 6000 Meter unter der Wasseroberfläche ab. Das Suchgebiet ist 120.000 Quadratkilometer groß, etwa so wie Österreich und die Schweiz zusammen, und nach Auskunft eines Experten ähnlich gebirgig.

Bislang sind nur Trümmerteile an Küsten im südlichen Afrika angespült worden. Experten haben einige mit großer Wahrscheinlichkeit als Teile von Flug MH370 identifiziert.

Die Suche hat bislang etwa 122 Millionen Euro gekostet. Die Hälfte davon trug Australien, weil das Land für Such- und Rettungsmissionen in dem vermuteten Absturzgebiet zuständig ist. Den Rest zahlten Malaysia als Heimatland der Airline und China als Heimatland der meisten Passagiere.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2016 um 18:32 Uhr.

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