Merkel spricht vor der UN-Vollversammlung | Bildquelle: dpa

UN verabschieden Nachhaltigkeitsziele Merkel verspricht mehr Entwicklungshilfe

Stand: 25.09.2015 21:04 Uhr

Beim UN-Gipfel hat Bundeskanzlerin Merkel zugesagt, Deutschland werde 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einsetzen. Dies sehen auch die Nachhaltigkeitsziele vor, die die UN-Vollversammlung zuvor verabschiedete.

Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben in New York eine Agenda verabschiedet, die Armut, soziale Ungleichheit und den Klimawandel bekämpfen soll. Bis 2030 sollen die sogenannten UN-Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Sie lösen die Millenniumsziele ab und sehen unter anderem vor, dass die Industriestaaten einen festen Anteil ihres Haushalts für Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen.

Merkel: Deutschland steht zu Verpflichtungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte in ihrer Rede an, Deutschland werde seiner Verantwortung gegenüber Entwicklungsländern nachkommen. "Unser Etat für Entwicklungshilfe wird in den nächsten Jahren jeweils substanziell steigen", kündigte Merkel an. Sie versprach, Deutschland stehe zu seiner Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen.

Merkel zog in ihrer Rede auch eine Parallele zur aktuellen Flüchtlingswelle. Wer das Leid der Flüchtenden beenden wolle, müsse den Ursachen von Flucht und Vertreibung entgegenwirken. "Die Agenda 2030 liefert dafür den richtigen Rahmen, indem sie die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte von Entwicklung vereint", sagte Merkel.

Agenda für nachhaltige Entwicklung bei UN-Nachhaltigkeitsgipfel verabschiedet
tagesschau 20:00 Uhr, 25.09.2015, Markus Schmidt, NDR

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Die in der "Agenda für nachhaltige Entwicklung" enthaltenen 17 Ziele sollen bis 2030 totale Armut und Hunger beseitigen, die Umwelt mehr schützen, Menschenrechte stärker achten und Gewaltkonflikte eindämmen. Anders als die im Jahr 2000 beschlossenen Millenniumsziele, die in diesem Jahr auslaufen, gelten die UN-Nachhaltigkeitsziele nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für Schwellen- und Industrienationen.

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele

1) Armut in allen Ausprägungen überall beenden
2) Hunger beenden, Nahrungsmittelsicherheit und verbesserte Ernährung erreichen, Förderung nachhaltiger Landwirtschaft
3) Gesundes Leben sichern und Wohlbefinden für alle in allen Altersstufen fördern
4) Integrative, gerechte, erstklassige Bildung sichern und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
5) Gleichberechtigung der Geschlechter schaffen und Frauen und Mädchen stärken
6) Nutzbarkeit und nachhaltiges Management von Wasser und sanitären Einrichtungen sichern
7) Zugang zu zuverlässiger, erschwinglicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle
8) Sicherung eines nachhaltigen, integrativen und anhaltenden Wirtschaftswachstums; vollständige und produktive Beschäftigung, annehmbare Arbeit für alle
9) Aufbau von belastbarer Infrastruktur, Förderung von integrativer und nachhaltiger Industrialisierung, Unterstützung von Innovationen
10) Ungleichheit innerhalb der und unter den Ländern verringern
11) Städte und Siedlungen integrativ, sicher, belastbar und nachhaltig machen
12) Nachhaltigen Verbrauch und Produktionsbedingungen sichern
13) Dringend nötige Maßnahmen ergreifen im Kampf gegen den Klimawandel und dessen Auswirkungen
14) Nachhaltiger und bewahrender Umgang mit den Meeren und Ozeanen
15) Schutz, Wiederherstellung und Förderung nachhaltiger Nutzung von Ökosystemen, nachhaltige Forstwirtschaft; Kampf gegen Versteppung, Stopp der Bodenverschlechterung, Stopp des Verlusts der Artenvielfalt
16) Förderung von friedlichen und integrativen Gesellschaften für nachhaltige Entwicklung, Zugang zur Justiz für alle und Aufbau wirksamer, verantwortlicher und integrativer Institutionen auf allen Ebenen
17) Betonen der Bedeutung und Neubelebung der globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung

Umsetzung als wahrer Test

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach angesichts der vereinbarten Ziele von einem entscheidenden Moment in der Menschheitsgeschichte. Zugleich betonte er, der wahre Test werde die Umsetzung sein. "Wir müssen diese neue Ära mit dem richtigen Schritt beginnen", forderte Ban. Weltweit seien 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend. In Syrien tobe ein grausamer Krieg, auch die Ukraine sei nicht befriedet. Mit Blick auf den kommenden Klimagipfel im Dezember sagte Ban: "Ich rufe alle Regierungen auf, in Paris ein robustes Klimaabkommen zu beschließen."

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