Stephan McGown gin einem Video, das Anfang Juli verbreitet wurde. | Bildquelle: AFP

Entführt in Mali Frei nach sechs Jahren Geiselhaft

Stand: 03.08.2017 14:50 Uhr

Ein südafrikanischer Tourist ist nach sechs Jahren Geiselhaft von Extremisten in Mali wieder freigelassen worden. Er war einer von vier Motorrad-Reisenden, die überfallen und verschleppt worden waren. Zu ihnen gehörte auch ein Deutscher, der bei dem Überfall ums Leben kam.

Der seit sechs Jahren von radikal-islamistischen Extremisten in Mali gefangen gehaltene Südafrikaner Stephen McGown ist wieder frei. Er sei bereits am Samstag auf freien Fuß gesetzt worden und inzwischen wieder zu Hause, sagte die südafrikanische Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane. Südafrika zahle kein Lösegeld für Geiseln.

McGown besitzt den Angaben zufolge auch einen britischen Pass. Er war als Tourist auf einer Motorrad-Reise gemeinsam mit einem deutschen, einem schwedischen und einem niederländischen Freund im Jahr 2011 in Timbuktu von Mitgliedern des afrikanischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, Nusrat al-Islam wal Muslimeen, überfallen und entführt worden.

Der Deutsche kam bei dem Überfall ums Leben. Der Niederländer wurde im Jahr 2015 von französischen Spezialeinheiten befreit. Der Schwede wurde Ende Juni dieses Jahres freigelassen. Die Kidnapper verlangten für seine Freilassung fünf Millionen Dollar, was die Regierung in Stockholm jedoch ablehnte.

Mutter kurz vor Freilassung gestorben

Die südafrikanische Außenministerin Nkoana-Mashabane hieß McGown willkommen. Sie sagte, sie wünsche ihm "gute Gesundheit und viel Glück in seinem Leben als freier Mann". Darüber hinaus wies auf den traurigen Umstand hin, "dass seine liebe Mutter im Mai 2017 verstorben war, ohne ihren Sohn wiederzusehen".

Anfang Juli - kurz nach der Freilassung des schwedischen Gefangenen - hatten die Geiselnehmer ein Video mit McGown verbreitetet, um ein Lebenszeichen von ihm zu geben. Sie zeigten ihn in einer Art, die in keiner Weise vermuten ließ, dass auch er bald frei kommen würde. "Es ist lange her, seit ich weg bin", sagte er in der Aufzeichnung. "Wie lange wird es dauern, bis das zu einem Ende kommt? Jetzt machen wir erneut ein Video, aber ich weiß nicht, was ich sagen soll."

Das Video zeigte außer McGown noch fünf andere Geiseln, die sich zurzeit in Gefangenschaft der Extremistengruppe befinden.

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