Tausende Flüchtlinge harren an der Grenze zu Mazedonien aus | Bildquelle: REUTERS

Flüchtlinge an mazedonischer Grenze Zu Fuß auf der Autobahn nach Westeuropa

Stand: 22.02.2016 19:12 Uhr

An der mazedonischen Grenze spitzt sich die Lage der etwa 5000 wartenden Flüchtlinge weiter zu. Zahlreiche von ihnen versuchten, einen Eisenbahn-Grenzübergang zu stürmen. Zudem machten sich Hunderte zu Fuß auf der Autobahn auf den Weg Richtung Norden.

Nach der weitgehenden Schließung der Grenze zu Mazedonien für Flüchtlinge spitzt sich die Lage auf griechischer Seite zu. Dort befinden sich nach griechischen Schätzungen mehr als 5000 Migranten. Hunderte versuchten, den Eisenbahn-Grenzübergang bei Idomeni-Gevgelija zu stürmen. Mazedonien riegelte daraufhin die Grenze an dieser Stelle komplett ab.

Zu Fuß auf der Autobahn

Gleichzeitig machten sich Hunderte Menschen zu Fuß auf dem Pannenstreifen entlang der wenige Kilometer weiter westlich liegenden Autobahn in Richtung Grenze auf den Weg. "Damit bringen sie ihr Leben und das Leben von Autofahrern in Gefahr", sagte ein Offizier der Verkehrspolizei.

Mazedonien lässt derzeit nur noch Migranten aus Syrien und dem Irak weiterreisen. Alle anderen - vor allem Afghanen - werden zurück nach Griechenland geschickt. Seit Ende Januar dürfen nur noch Flüchtlinge die Grenze überqueren, die in Deutschland oder Österreich einen Asylantrag stellen wollen. Die mazedonische Regierung begann zudem mit dem Bau eines zweiten Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Griechenland, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

4000 Menschen warten in Piräus auf Weiterreise

Zusätzlich zu der angespannten Lage im Norden Griechenlands kamen in der weiter südlich gelegenen griechischen Hafenstadt Piräus mehr als 4000 Menschen an. Allerdings sind die Busse, die sie abholen sollten, nach übereinstimmenden Medienberichten bislang nicht gekommen. Offenbar will die Polizei so einen noch größeren Stau - und damit eine drohende Eskalation der Lage an der mazedonischen Grenze - verhindern. Weitere 3000 Flüchtlinge sollen in Athen festsitzen, nachdem sie von den Ägäis-Inseln aufs Festland gebracht wurden.

Flüchtlingszustrom an der griechisch-mazedonischen Grenze
tagesschau 20:00 Uhr, 22.02.2016, Ellen Trapp, ARD Rom

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Mazedoniens Handeln "nicht im Einklang mit EU-Gipfel"

Griechenland kritisierte den Kurs Mazedoniens. Im griechischen Fernsehen sagte der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas, Mazedoniens Handeln sei "nicht im Einklang mit den Vereinbarungen des jüngsten Gipfels der EU." Am vergangenen Donnerstag hatte die EU beschlossen, dass bis zum nächsten Sondergipfel Anfang März die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan auf der Balkanroute offen bleiben. 

Seit Jahresbeginn etwa 94.200 Flüchtlinge in Griechenland

In Griechenland sind trotz schlechten Wetters allein im Februar bislang fast 34.000 Migranten auf Booten angekommen. Seit Jahresbeginn haben laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR etwa 94.200 Menschen von der Türkei übergesetzt.

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