10 Downing Street | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Großbritannien London vor schwieriger Regierungsbildung

Stand: 09.06.2017 09:30 Uhr

Die britischen Wähler sind - mal wieder - für eine Überraschung gut: Statt Premierministerin May Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen zu geben, watschen sie die Konservativen ab. Es steht eine schwierige Regierungsbildung an.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

Theresa May ist angezählt, das Lächeln fällt ihr sichtlich schwer nach dieser Wahlnacht, auch wenn die konservative Premierministerin ihr eigenes Mandat in Maidenhead verteidigt hat. Doch landesweit ist das Ergebnis eine Katastrophe für die Tories - und damit für May ganz persönlich: Denn die absolute Mehrheit ist futsch. Mit leicht zitternder Stimme sagt sie in einer ersten Reaktion: "Mehr als alles andere braucht das Land jetzt eine Phase der Stabilität - und wenn die Konservative Partei tatsächlich am Ende die meisten Sitze und womöglich die meisten Stimmen gewonnen hat, dann wird es an uns sein, für diese Stabilität zu sorgen – und genau das werden wir tun."

Ein politisches Patt im Unterhaus bedeutet eine schwierige Regierungsbildung. Selbst auf den Titelseiten einiger konservativer Zeitungen prangen heute die Schlagzeilen: "Theresa May hat sich verzockt: auf hohes Risiko gespielt - und verloren." Oder: "Kann sie Premierministerin bleiben?", fragt der BBC-Moderator die May-kritische Abgeordnete Anna Soubry, eine Brexit-Gegnerin. Sie legt der Partei- und Regierungschefin den Rücktritt nahe. Ihre Wahlkampagne sei furchtbar gewesen.

Johnson als Nachfolger

Mays Minister schweigen bislang. Es dürften Krisentreffen in der Downing Street anstehen. Nach den jüngsten Wettquoten der Buchmacher steigen die Chancen für Außenminister Boris Johnson, May zu beerben, aber auch Innenministerin Amber Rudd gilt als Kandidatin.

Der Chef und Spitzenkandidat der Labour Party, Jeremy Corbyn, fordert die Premierministerin offen zum Rücktritt auf: "Das Mandat, das sie bekommen hat, lautet: Sitze verloren, Stimmen verloren, Unterstützung verloren, Vertrauen verloren. Ich würde doch meinen, das reicht, um zu gehen - und den Weg frei zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen im Land repräsentiert."

Den Briten stehen schwierige Wochen bevor
tagesschau 10:44 Uhr, 09.06.2017, Gabor Halasz, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Brexit-Verhandlungen werden komplizierter

Labour gewinnt in England, Schottland und Wales insgesamt Dutzende Mandate hinzu, was zu Beginn des Wahlkampfs - außer den treuen Anhängern - fast niemand der Partei zugetraut hätte. Die Liberaldemokraten legen leicht zu, in Schottland dagegen müssen die schottischen Nationalisten deutlich Federn lassen.

Was bedeutet dieses unklare Wahlergebnis nun für die Brexit-Verhandlungen, die eigentlich am Montag in einer Woche beginnen sollen? Es wird nun noch komplizierter, sagt "Times"-Kolumnist Daniel Finkelstein: "Das Problem für die Konservativen ist: Ihre Abgeordneten im Unterhaus sowie im Oberhaus auf der einen Seite, und die Partei auf der anderen Seite werden beim Brexit-Kurs nicht übereinstimmen."

Mays Partei verliert absolute Mehrheit
tagesschau 09:00, 09.06.2017, Gabor Halasz, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Pfund verliert an der Börse an Wert

Die Entscheidung der Wähler ist nicht nach dem Gusto der Investoren an den Finanzmärkten: Das britische Pfund verliert am Devisenmarkt zum US-Dollar und zum Euro an Wert. Diese Wahl ist der dritte Akt eines britischen Dramas: Der erste Akt: die Wahl 2015, die David Cameron überraschend mit absoluter Mehrheit gewinnt. Der zweite Akt: das von ihm versprochene EU-Referendum, in dem sich die Briten 2016 für das Abenteuer Brexit entscheiden. Und jetzt der dritte Akt: keine klaren Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Der letzte Akt aber ist noch nicht geschrieben.

May verliert absolute Mehrheit
S. Pieper, ARD London
09.06.2017 09:29 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juni 2017 um 09:00 Uhr.

Korrespondentin

Stephanie Pieper Logo RBB

Stephanie Pieper, RBB

Darstellung: