US-Verteidigungsminister Jim Mattis und irakischer Verteidigungsminister Erfan al-Hiyali  | Bildquelle: REUTERS

Mattis im Irak Gekommen, um zu beruhigen

Stand: 20.02.2017 15:41 Uhr

US-Verteidigungsminister Mattis hat im Irak über die von Präsident Trump geforderte, neue Strategie für den Kampf gegen den IS beraten. Doch zuerst mildert Mattis die Sorgen der Verbündeten wegen Trumps Einreisestopp und Ansprüchen auf irakisches Öl.

Überschattet von Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Irak hat US-Verteidigungsminister James Mattis in Bagdad über das künftige Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat beraten. Er sprach mit der politischen Führung und Militärkommandeuren des Landes. Irakische Truppen hatten gestern eine Offensive gestartet, um den Westteil der IS-Hochburg Mossul zu erobern.

Mattis bemühte sich zum Auftakt seines Besuches sichtlich, umstrittene Entscheidungen und Äußerungen seines Chefs zu relativieren und für eine gute Amosphäre bei den irakischen Verbündeten zu sorgen. Denn der von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisestopp gilt auch für Iraker. Außerdem hatte Trump bereits im Wahlkampf erklärt, die USA sollten im Gegenzug für ihren militärischen Einsatz gegen den IS im Irak Öl von dort kostenlos in Anspruch nehmen. "Dem Sieger gehört die Ausbeute", hatte Trump nach seiner Amtsübernahme unterstrichen. "Wir hätten das Öl behalten sollen." Vielleicht gebe es noch eine zweite Chance dafür. Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat das zurückgewiesen.

Keine Öl-Beschlagnahme, Ausnahmen beim Einreisestopp

Mattis sagte nun in Bagdad, er wolle sicherstellen, dass sich alle der Lage bewusst seien und jedem bewusst sei, worum es im gemeinsamen Kampf gehe. Der Minister versicherte, die USA würden auch künftig für irakische Öllieferungen bezahlen. "Wir sind nicht im Irak, um irgendjemandes Öl zu beschlagnahmen", sagte er am Rande eines Treffens mit irakischen Regierungsvertretern. Außerdem sei ihm versichert worden, Trumps mittlerweile von US-Gerichten ausgesetztes Einreiseverbot richte sich nicht gegen Iraker, die an der Seite von US-Truppen gekämpft haben.

US-Verteidigungsminister Mattis spricht mit irakischen Regierungsvertretern. | Bildquelle: REUTERS
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US-Verteidigungsminister Mattis (re.) beschwichtigt die irakischen Verbündeten.

Neue Strategie im Kampf gegen den IS gefordert

Trump hatte außerdem klar gemacht, dass ein Sieg über den IS für ihn höchste Priorität hat. Er wies Mattis an, bis Ende Februar eine Taktik vorzulegen, um den Kampf gegen den IS zu beschleunigen. Die Möglichkeiten reichen von der besseren Ausbildung und Beratung lokaler US-Verbündeter über verstärkte Militärhilfe für kurdische Kämpfer bis zur Entsendung zusätzlicher US-Truppen in den Irak und nach Syrien. Mattis ging nicht auf Einzelheiten ein und sagte, er müsse erst noch Informationen sammeln.

Die gestern gestartete Offensive der irakischen Armee zur Rückeroberung des Westteils von Mossul zeigt erste Erfolge. Südlich der Stadt drangen Sicherheitskräfte in ein strategisch wichtiges Dorf ein und eroberten große Teile eines Berges, der einen Überblick auf den Flughafen der Stadt bietet. Die Kämpfe tobten aber weiter, berichteten Reporter, die die Truppen begleiten. Soldaten der von den USA geführten Anti-IS-Koalition drangen zudem in den weitläufigen Militärstützpunkt Ghaslani im Südwesten der Stadt ein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Februar 2017 um 15:00 Uhr.

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