Das Lager Manus in Papua Neuguinea, Archivbild | Bildquelle: REUTERS

Australisches Flüchtlingscamp Polizei räumt Lager auf Manus

Stand: 23.11.2017 01:42 Uhr

Offiziell wurde das Flüchtlingscamp auf Manus bereits geschlossen, nun hat die Polizei von Papua-Neuguinea mit der Räumung begonnen. Das Lager wurde ursprünglich auf Betreiben Australiens eingerichtet, das keine Bootsflüchtlinge ins Land lassen will.

Polizisten räumen das Flüchtlingslager auf der Insel Manus | Bildquelle: AP
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Die Polizei von Papua-Neuguinea hat mit der Räumung begonnen.

Die Polizei von Papua-Neuguinea hat mit der Räumung des offiziell geschlossenen Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen. Die rund 400 Bewohner wurden aufgerufen, das Lager umgehend zu verlassen. Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich die Flüchtlinge weigerten, zu gehen. Demnach brachten sich einige von ihnen auf Dächern in Sicherheit.

Umzug in neue Unterkunft?

Australiens Immigrationsminister Peter Dutton bestätigte den Einsatz, der nach seinen Worten dem Umzug der Migranten in eine neue Unterkunft auf der Insel diene. "Die australischen Steuerzahler haben etwa zehn Millionen australische Dollar für eine neue Unterkunft bezahlt, und jetzt möchten wir, dass die Leute umziehen", sagte er einem australischen Radiosender.

Flüchtlingslager auf der Insel Manus | Bildquelle: REUTERS
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Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte zuletzt auf die katastrophale Lage auf Manus hingewiesen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte zuletzt auf die katastrophale Lage auf Manus hingewiesen. Demnach harren die Flüchtlinge dort ohne Wasser, Nahrungsmittelversorgung und Medikamente aus.

Australien bezahlte für das Lager

Die australische Regierung weigert sich, Flüchtlinge aufzunehmen, die versuchen, auf eigene Faust oder mithilfe von Menschenschmugglern per Boot nach Australien zu gelangen. Die Boote werden auf hoher See abgefangen. Australien bezahlte das bitterarme Nachbarland Papua-Neuguinea dafür, auf der Insel Manus ein Auffanglager einzurichten.

Im Vorjahr hatte das oberste Gericht Papua-Neuguineas das Lager aber für illegal erklärt. Australien beschloss deshalb die Schließung zum 31. Oktober. Die Insassen sind seitdem sich selbst überlassen. Auch Papua-Neuguinea will die Flüchtlinge nicht permanent aufnehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. November 2017 um 05:05 Uhr.

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