Polizisten vor dem britischen Parlament | Bildquelle: AFP

Nach Anschlag in Manchester Höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien

Stand: 24.05.2017 09:54 Uhr

Terrorwarnstufe "kritisch" statt "ernst" - die britische Regierung rechnet nach dem Selbstmordanschlag von Manchester mit weiteren Attacken. Jetzt können beispielsweise leichter Soldaten an strategischen Orten im Land stationiert werden.

Nach dem Anschlag in Manchester hat Großbritannien die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Die Terrorgefahr werde nun mit dem Status "kritisch" bewertet, sagte Premierministerin Theresa May. Dies bedeute, dass mit einem weiteren unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werde. Zuvor hatte die Warnstufe bei "ernst" gelegen, was bedeutet, dass ein Anschlag als wahrscheinlich gilt.

"Wir können die Möglichkeit nicht ignorieren, dass es eine größere Gruppe von Personen gibt, die mit diesem Anschlag in Verbindung stehen", sagte May. Auch Innenministerin Amber Rudd sagte der BBC, der Selbstmordattentäter habe "wahrscheinlich nicht alleine gehandelt".

Mit der Anhebung der Terrorwarnstufe ist auch verbunden, dass Soldaten an strategischen Orten stationiert werden, wo bislang bewaffnete Polizisten im Einsatz waren. Dadurch könne die Polizei die Zahl ihrer Beamten bei Patrouillen an wichtigen Orten erhöhen. Auch der Einsatz von Soldaten bei Großereignissen sei denkbar, sagte May.

Situation nach dem Anschlag in Manchester
tagesthemen 22:30 Uhr, 23.05.2017, Julie Kurz, ARD London

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Selbstmordattentäter tötete mindestens 22 Menschen

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am späten Montagabend unmittelbar nach dem Konzert von US-Teenie-Idol Ariana Grande im Eingangsbereich der Manchester Arena in die Luft gesprengt. 22 Menschen wurden neben dem Attentäter getötet, darunter viele Kinder und Jugendliche. 59 Menschen wurden mit teils lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. 20 von ihnen sollen sich noch in kritischem Zustand befinden, berichtet Sky News.

Den Behörden zufolge identifizierten die Ermittler den 22-jährigen Salman Abedi als mutmaßlichen Täter. Der Hinweis sei aus den USA gekommen, hieß es. Die Polizei bestätigt nur den Namen des Verdächtigen. In britischen Medien tauchten aber schnell mögliche Details zu dem Mann auf. Er soll 1994 in Manchester geboren sein, Sohn libyscher Flüchtlinge sowie eines von vier Geschwistern gewesen sein.

Gedenkfeier im Zentrum Manchesters

Am Abend waren Tausende Menschen im Zentrum Manchesters zu einer Gedenkfeier für die Opfer zusammengekommen. "Wir werden allen Terroristen trotzen", sagte Bürgermeister Eddy Newman in einer kurzen Ansprache vor dem Rathaus.

Newman lobte vor allem die Rettungsdienste und Sicherheitskräfte, die nach der Explosion schnell zur Hilfe geeilt waren. Bei der Terrorattacke wurden mindestens 22 Menschen sowie der Attentäter getötet. Der Bombenanschlag löste eine Massenpanik junger Konzertbesucher aus. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich. Allerdings sagte US-Geheimdienstdirektor Dan Coats, dass die Verbindung zum IS noch nicht verifiziert worden sei.

Brennpunkt: Anschlag in Manchester
Brennpunkt, 23.05.2017

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Über dieses Thema berichtete am 23. Mai 2017 der ARD-Brennpunktum 20:15 Uhr und die tagesthemen um 22:30 Uhr.

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