Karte: Sevare, Mali

Soldaten befreien vier UN-Mitarbeiter Geiselnahme in malischem Hotel beendet

Stand: 08.08.2015 15:31 Uhr

In Mali haben einheimische und französische Soldaten ein Hotel gestürmt, in dem sich Islamisten mit Geiseln verschanzt hatten. Vier UN-Mitarbeiter wurden befreit. Insgesamt kamen zwölf Menschen ums Leben.

Das Militär in Mali hat die Geiselnahme in einem Hotel im Zentrum des Landes beendet. Französische Soldaten unterstützten die Sonderkräfte des malischen Militärs bei der Erstürmung des Hotels. Die Angreifer seien aus dem Hotel "vertrieben" worden, sagte ein Vertreter der Armee.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden vier Geiseln befreit. Bei ihnen handelt es sich nach UN-Angaben um vier Mitarbeiter der Organisation: zwei Südafrikaner, ein Russe und ein Ukrainer. Den Angaben zufolge hatten die Piloten und Ingenieure sich während der Geiselnahme in dem Hotel verstecken können.

Zwölf Menschen getötet

Insgesamt seien bei den Gefechten mit den islamistischen Extremisten mindestens zwölf Menschen getötet worden, teilten die Behörden mit. Unter ihnen sind fünf Angreifer. Bei den fünf getöteten Geiseln handelt es sich nach UN-Angaben um einen Südafrikaner, zwei Ukrainer, einen Nepalesen sowie einen Fahrer aus Mali, die für die UN-Friedensmission Minusma gearbeitet hatten.

Am Freitagmorgen hatten die Angreifer zunächst einen Militärstützpunkt attackiert. Nach einem Gefecht mit malischen Soldaten verschanzten sie sich im Hotel Byblos in der Stadt Sévaré, das auch von UN-Mitarbeitern genutzt wird. Nach Einschätzung von Soldaten und Einwohnern war es womöglich ein Versuch, westliche Hotelgäste zu entführen.

Deutsche nicht betroffen

Sévaré liegt nahe der Regionalhauptstadt Mopti im Zentrum Malis, etwa 620 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Im Süden des Landes bildet die Europäische Union mit maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr malische Soldaten aus. Deutsche Soldaten waren dem Einsatzführungskommando in Potsdam zufolge von dem Angriff nicht betroffen.

Zuletzt mehrere Anschläge

Der Angriff ist bereits der dritte in weniger als einer Woche: Bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager nahe Timbuktu waren am Montag elf Soldaten getötet worden. Zwei weitere weitere Soldaten starben vor einer Woche in einem Hinterhalt bei Nampala im Zentrum des Landes.

Im Frühjahr 2012 hatten Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen das Machtvakuum nach einem Militärputsch in Bamako genutzt, um weite Gebiete im Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen.

Als die Islamisten Anfang 2013 weiter nach Süden vordrangen, griff die französische Armee ein. Binnen weniger Wochen wurden die Islamisten aus den Städten vertrieben. Doch die Milizen sind weiter aktiv und verüben Anschläge auf die Sicherheitskräfte. Frankreich übergab den Militäreinsatz später der UN-Blauhelmtruppe Minusma.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. August 2015 um 11:00 Uhr.

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