Nordkoreas Botschafter Kang Chol | Bildquelle: dpa

Mord an Kims Halbbruder Malaysia weist Nordkoreas Botschafter aus

Stand: 04.03.2017 16:44 Uhr

Nach dem Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat Malaysia den nordkoreanischen Botschafter zur "unerwünschten Person" erklärt - und ihn des Landes verwiesen.

Die Regierung Malaysias hat den nordkoreanischen Botschafter zur "unerwünschten Person" erklärt und ihn des Landes verwiesen. Grund sei, dass der Diplomat die malaysischen Ermittlungen im Mordfall Kim Jong Nam kritisiert habe, sagte der malaysische Außenminister Anifah Aman. Botschafter Kang Chol habe bis Montag Zeit, das Land zu verlassen.

Der Botschafter hatte die Ermittlungen der malaysischen Behörden zu dem Attentat mehrfach als "unglaubwürdig" bezeichnet. Zudem seien sie parteiisch geführt worden. Außenminister Anifah sagte, die Regierung habe dafür eine Entschuldigung gefordert, diese aber bisher nicht erhalten. Deshalb sei die Entscheidung getroffen worden, den Botschafter auszuweisen.

Dicke Luft zwischen Malaysia und Nordkorea

Kim Jong Nam, der Halbbruder des nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong Un, war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur attackiert worden und kurz darauf gestorben. Nach Darstellung der malaysischen Ermittler wurde er mit einem Nervengift umgebracht. Hinter der Tat vermutet vor allem Südkorea den nordkoreanischen Geheimdienst.

Gegen einige Verdächtige wurde inzwischen Anklage wegen Mordes erhoben. Bei einem Schuldspruch droht ihnen die Todesstrafe. Nordkorea erkannte bislang weder die Identität des Opfers noch die Ergebnisse der Autopsie oder die Polizeiermittlungen an. Die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea verschlechterten sich seit dem Angriff rapide.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. März 2017 um 19:00 Uhr

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