Macron und Xi Jingpeng stehen vor chinesischen Soldaten | Bildquelle: REUTERS

Besuch in Peking Macron - Chinas neuer Liebling

Stand: 10.01.2018 12:24 Uhr

Eine engere Zusammenarbeit zwischen China und Frankreich, Unterstützung für das Projekt Neue Seidenstraße und Wirtschaftsdeals. Der China-Besuch von Frankreichs Präsident Macron gilt als Erfolg - für beide Seiten.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Schon das Mitbringsel hatte es in sich: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron brachte einen braunen Hengst mit nach China. Ein Pferd aus dem Stall der Pariser Republikaner-Garde. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping soll bei seinem Besuch in Paris fasziniert von den Tieren gewesen sein. Französische Pferde - statt chinesischer Panda-Diplomatie.

Macron schafft bei seinem Besuch in China bislang eine bemerkenswerte Gratwanderung: geben, nehmen und klare Haltungen formulieren. Macron drängte China zu einer weiteren Öffnung seiner Märkte und forderte auch eine einheitliche Position der Europäer gegenüber China. "Wir brauchen auf europäischer Ebene eine koordinierte Haltung gegenüber China. China muss auf der europäischen Agenda sichtbar sein," sagte Macron. Frankreich verteidige die Definition eines strategischen Sektors, den es vor Investitionen schützen wolle. "Nicht gegen das eine oder andere Land, sondern im Sinne der strategischen Interessen Frankreichs. Das ist auch eine Frage der Souveränität, darin versteht sich auch China perfekt."

Gigantische Subventionen

Emmanuel Macron steht vor einer Wand mit chinesischen Schriftzeichen | Bildquelle: REUTERS
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Macron schafft in China eine bemerkenswerte Gratwanderung.

Es ist genau das, was auch die Deutschen umtreibt: Bei chinesischen Investitionen müsse man genauer hingucken. Grundsätzlich seien sie willkommen, aber nicht, wenn China gezielt Schlüsseltechnologien wegkauft - und das mit gigantischen staatlichen Subventionen. Macron forderte deshalb, Auslandsinvestitionen in strategischen Bereichen in Europa stärker zu überwachen.

Gleichzeitig schmeichelte er den Chinesen aber mit seinem Interesse am Megaprojekt Neue Seidenstraße. "Wir müssen verstehen, dass wir bei der chinesischen Initiative Neue Seidenstraße kooperieren können. Das sind jedenfalls meine Ambitionen", sagte er. "Wir hoffen, dass wir künftig gemeinsam von der Neuen Seidenstraße profitieren und sie zum Erfolg führen. Ich glaube, dass die Neue Seidenstraße die wirtschaftliche Entwicklung ankurbeln kann. Neue Infrastruktur, auch um regionalen Frieden und Stabilität zu erreichen."

Besuch gilt als Meilenstein

So etwas hört man in China gerne. Die chinesischen Staatsmedien nannten Macrons ersten Besuch als Präsident in China auch gleich einen Meilenstein. Während Deutschland nach einer neuen Regierung sucht, Großbritannien nach dem Brexit für China an Attraktivität verliert und die USA unter Trump unberechenbar wie nie bleiben, setzt Peking auf gute und stabile Verhältnisse zu Frankreich. Auch und vor allem Chinas Präsident Xi. "China unterstützt Frankreich dabei, eine größere Rolle im Prozess der Europäischen Integration zu spielen. Und heißt auch die französischen Bemühungen für eine Vertiefung der Chinesisch-Europäischen Beziehungen willkommen", sagte Xi.

Künftig soll es mehr Kooperation der beiden UN-Vetomächte geben - ob beim Thema Klimawandel oder bei der Terrorismus-Bekämpfung. Auch Wirtschaftsabkommen wurden besiegelt. So stellt Airbus künftig mehr Mittelstreckenjets in China her. Entgegen vorheriger Spekulationen gibt es aber noch keine Kooperation zwischen China und Frankreich beim weltgrößten Passagierflugzeug A380. China will aber nach Angaben Macrons von Airbus 184 Flugzeuge des Modells A320 kaufen. Außerdem gibt es neue Abkommen zwischen Frankreich und China in der zivilen Atomindustrie. Und: China hebt den Bann für französisches Rindfleisch auf.

Macron in China
Axel Dorloff, ARD Peking
10.01.2018 11:06 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Januar 2018 um 22:15 Uhr.

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