Frankreichs Präsident Macron sitzt in einem Sessel im Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen Salman | Bildquelle: REUTERS

Besuch in Saudi-Arabien Macron wirbt für Frieden am Golf

Stand: 10.11.2017 11:45 Uhr

Frankreichs Präsident Macron ist nach Saudi-Arabien gereist. Dort forderte er eine friedliche Lösung des Konflikts mit dem Iran. Zugleich trat Frankreich Gerüchten entgegen, Libanons zurückgetretener Regierungschef Hariri stehe in Saudi-Arabien unter Hausarrest.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich bei einem kurzfristigen Besuch in Saudi-Arabien für eine friedliche Lösung des Konflikts mit dem Iran eingesetzt. Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman empfing Macron am Abend in Riad. Über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärte der Präsident dazu, der Dialog mit seinen Gesprächspartnern diene der Schaffung eines dauerhaften Friedens.

Emmanuel Macron @EmmanuelMacron
Le dialogue, comme avec tous mes interlocuteurs, pour construire une paix durable. https://t.co/0BBvRstKQH

Das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien und der schiitischen Iran rivalisieren um die Vorherrschaft im Nahen Osten. Im Bürgerkrieg im Jemen unterstützen beide Länder unterschiedliche Lager. Saudi-Arabien griff offen in den Konflikt ein. Aber auch bei den Konflikten in Syrien, im Libanon oder dem Irak stehen sich Saudi-Arabien und der Iran mit gegensätzlichen Positionen gegenüber.

Macron verurteilt Beschuss von Riad

Frankreichs Präsident Macron | Bildquelle: dpa
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Frankreichs Präsident Macron wollte sich persönlich über die Entwicklungen in Saudi-Arabien informieren.

Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, dass Macron bei seinem Besuch in Riad den Raketenschuss auf die Stadt am vergangenen Samstag verurteilt habe. Das von schiitischen Rebellen aus dem Jemen abgefeuerte Geschoss stamme "offensichtlich" aus dem Iran, sagte er den Angaben zufolge. Er habe betont, dass Frankreich mit Saudi-Arabien solidarisch sei.

Der französische Präsident sagte mit Blick auf den kurzfristig anberaumten Besuch zudem, es sei wichtig, eine "strukturierte Diskussion" zu haben, "damit ich die vom Kronprinzen auf nationaler Ebene getroffenen Entscheidungen besser verstehe". In Saudi-Arabien hatte es zuletzt eine Verhaftungswelle gegeben, bei der mehr als 200 Menschen wegen Korruptionsvorwürfen festgesetzt wurden. Beobachter sehen dahinter unter anderem einen Versuch des einflussreichen Kronprinzen Salman, seine Macht zu festigen.

Frankreich: Hariri kann sich frei bewegen

Ein weiteres Thema bei Macrons Besuch in Saudi-Arabien war die Lage im Libanon. "Unsere Sorge gilt der Stabilität des Libanon", hatte der Präsident im Vorfeld der Reise erklärt. Der libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri war in der vergangenen Woche zurückgetreten und hatte dies mit Sorge um sein Leben begründet.

Der libanesische Regierungschef Saad Hariri hält eine Rede. | Bildquelle: AFP
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Hariri hatte von Saudi-Arabien aus seinen Rücktritt erklärt.

Hariri hält sich derzeit in Saudi-Arabien auf - ob er dort auch mit Macron sprach, ist nicht bekannt. Die französische Regierung trat im Zusammenhang mit Macrons Reise Gerüchten entgegen, denen zufolge der libanesische Politiker unter Hausarrest stehe. Hariri sei nach Abu Dhabi gereist und daher sei davon auszugehen, "dass er sich frei bewegen kann", sagte Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian dem Radiosender Europe 1. Er kündigte zugleich an, dass er kommende Woche nach Saudi-Arabien reisen werde, um die Gespräche fortzusetzen.

Über dieses Thema berichtete am 10. November 2017 NDR Info um 07:15 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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